Dieter Anfänger

  • Mitglied seit 30. August 2019
  • Letzte Aktivität:
Beiträge
23
Erhaltene Likes
1
Punkte
116
Profil-Aufrufe
242
  • Hallo Nicolas, nun ist mein langer Text den ich bereits geschrieben hatte einfach weg. Da es wohl zu lange gedauert hatte mit dem Schreiben, ging das mit dem senden nicht. Als ich dann die Seite neu laden wollte, ist der Text weg gewesen. Ärgerlich, denn ich habe bestimmt gut 30 Minuten daran geschrieben.

    Da es nun zu früh geworden ist, werde ich dir im Laufe des Tages erneut was schreiben.

    Ich wünsche dir schon mal einen angenehmen Sonntag.

    Dieter
  • Hallo Dieter
    Dein Umzug in eine neue Wohnung hört sich gut an. Dies ermöglicht wohl am besten einen neuen Anfang. Andernfalls ist man stets beim Anblick der gemeinsamen Wohnung mit schmerzlichen Erinnerungen konfrontiert, die eh oft genug präsent sind. Mein Elternhaus besuche ich nun ca einmal im Monat und die Gefühle dort sind immer ambivalent. Vertraut aber ohne Nestwärme. Jeder Gegenstand erzählt seine Geschichte, jeder! Auch ein Kugelschreiber, eine Pflanze etc, auch wenn ich die Geschichten gar nicht hören mag.
    Der Tod meiner Mutter kann mir für mein weiteres Leben Sinn geben, wenn ich es schaffe, daraus Energie zu ziehen, Neues zu beginnen. Sei es neue Verhaltensweisen, neue Begegnungen, neue Projekte in Gang zu bringen, die ich bisher ohne Anstoß nie in Angriff genommen habe. Vielleicht kann ich in ein paar Jahren rückblickend sagen: hätte es den Tod meiner Mutter 2019 nicht gegeben, hätte ich nicht die guten Erfahrungen, Erlebnisse oder Erkenntnisse gehabt, die das Neue mit sich brachten.
    Diese Sichtweise überzeugt mich, aber wohlwissend, wie schwer es ist umzusetzen.
    Vielleicht gelingt es Dir mit dem Umzug entsprechend Neues anzufangen. So schlimm unser Verlust ist, evtl können wir ihm Sinn geben und nicht zulassen, dass er weiter Leben beeinträchtigt oder gar zerstört.
    Ich wünsche es mir, vielleicht auch Dir, wenn Du ähnlich empfindest.
    Gutes Wochenende, Dieter.
  • Hallo Nicolas, du beschreibst es genau so wie es sich für mich auch anfühlt.
    Mama und meine Geschichte fühlt sich auch unvollendet hat, sie hat nicht das Ende genommen wie es hätte sein sollen.
    Genau wie du es sagst, unerwartet und abgehackt ging es zu Ende. Als ich mit meiner Mutter am Donnerstag Abend noch hier in unserer Wohnung gewesen bin, hätte ich im Traum nicht damit gerechnet das sie am Sonntag um 2 Uhr Morgens beteits tot sein wird.
    Wenn ich geahnt hätte wie schlimm es um meine Mama steht, hätte ich mit ihr da noch ganz anders unterhalten. Ich hatte paar Wochen zuvor noch darüber nachgedacht, mich bei Mama über manche Dinge zu entschuldigen die so vorgefallen waren. Ich es aber nie ernst gemeint habe mit dem was ich da teils so gesagt habe. Ich hatte meine Mama viel zu lieb und auch das hätte ich ihr noch sagen wollen. Und dann kommt alles so schnell und Mama stirbt ..."Der plötzliche Tod meiner Mutter lässt mich unfassbar zurück." Ja Nicolas, mich genau so.

    Unser elterliches Haus habe ich 2016 verkauft, es war meine Entscheidung und ich hätte nicht raus gemusst.
    Ich hatte darüber mit Mama geredet und was sie meint, denn immerhin hatte ich ihr lebenslanges Wohnrecht zugesichert in ihrer Wohnung unten im Haus.
    Mama sagte aber auch, was ich mit dem Haus alleine will, ich habe keine Nachkommen und für mich alleine wars zu groß und auch zu teuer.
    Heute denke ich nur, wenn ich es geahnt hätte das Mama quasie knapp 3 Jahre später sterben wird, dann hätten wir auch dort noch wohnen bleiben können.
    Wie sagt man doch immer, alte Bäume verpflanzt man nicht mehr. Aber Mama sagte mir als wir hier wohnten, dass sie es nicht vermissen würde. Ob dem tatsächlich so war kann ich nicht sagen, aber schlecht hatten wir es hier auch nicht.

    Wenn ich nun zum Grab gehe wo auch mein Vater beerdigt wurde, kommt mir das sureal vor. Irgendwie will ich es nicht wahr haben das es die Endgültigkeit sein soll und meine Mama nun dort unter der Erde im Sarg liegt.
    "Schwer genug das zu ertragen, aber diese Unvollendete, die Geschichte ohne Ende, der Film ohne Schluss, das macht es unerträglich. "

    Ganz genau So Nicolas. Ein Leben ohne Wehmut, ich glaube das wird es bei mir wohl niemals mehr geben.
    Ich habe auch einfach Niemanden mit dem ich mal ein persönliches Gespräch führen könnte über all das was mich berührt.
    Ich habe immer sehr viel mit Mama über alles gesprochen, nun ist es bei mir hier, wie bei dir im Elterlichen Haus, es ist brutal still und leer.
    Mama hat einen Teil von mir mitgenommen, denn auch in mir ist nun ein Teil gestorben.

    Ich wünsche dir einen guten Donnerstag lieber Nicolas, und viel Kraft die Trauer zu bewältigen und damit umzugehen. Ich weiß wie schwer das nun ist.

    Liebe Grüße
    Dieter
  • "Mir ist sie zu schnell und vorallem zu unerwartet gestorben verstehst du. 
    Mama und Ich hatten im Grunde keine Zeit um uns zumindest noch vernünftig zu "verabschieden" und heute denke ich, dass Mama auch nicht mit ihrem Tod so schnell gerechnet hat. Mir bleiben gewisse Momente für immer in meinem Kopf die Mama und Ich zuletzt noch gehabt haben."
    Ich habe Dich hier zitiert weil ich genau so das Ende des gemeinsamen Weges mit meiner Mutter empfinde. Wir haben immer alles in unser Leben offen und zusammen getragen, nur ihr, respektive unser, Ende nicht. Da blieb keine Zeit. So fühlt sich unsere Geschichte so unvollendet an. Natürlich habe ich mich bereits lange vor ihrem Tod mit dem Ende befasst. Wie werden ihre/ unsere letzten Tage sein? Wie kann ich sie im Alter bis zuletzt begleiten und unterstützen? Ist ihr ein würdevolles Gehen möglich und wie werden wir uns verabschieden?
    Es kam alles so anders. Plötzlich, unerwartet, wie abgehackt.
    Von meinem Vater konnte ich mich jahrelang verabschieden. Er wurde leider ein Pflegefall, den ich mit meiner Mutter lange und intensiv zu Ende lebten. Sein Tod war schmerzlich aber in der Lebensgeschichte abgerundet und tröstlich zu einem Ende geführt. Der Besuch seines Grabes war für mich zwar traurig aber ohne offene Fragen. Damit umzugehen war zu erwarten.
    Das ist jetzt völlig anders. Ich stehe am Grab nun von beiden Elternteilen und ich spüre Leere, nichts. Nicht einmal mehr meinen Vater. Der plötzliche Tod meiner Mutter lässt mich unfassbar zurück. Das war so nie gedacht worden.
    Die Nabelschnur gekappt, ohne Bindung mehr in die eigene Kindheit. Schwer genug das zu ertragen, aber diese Unvollendete, die Geschichte ohne Ende, der Film ohne Schluss, das macht es unerträglich.
    Musstest Du, lieber Dieter, aus dem gemeinsamen Haus raus oder war es Deine Entscheidung?
    Ich habe das Haus, mein Elternhaus, geerbt und will es behalten, wenn auch nicht als eigenes Wohnhaus, da ich woanders lebe. Der Aufenthalt im Elternhaus war bisher voller guter Erinnerung und eine Wohltat. Jetzt brutal still, leer, wehmütig.
    Leben ohne Wehmut. Das ist mein Ziel. Den Weg dorthin kenne ich nicht.
  • Hallo Nicolas, danke für deine ausführliche Nachricht und mein Mitgefühl zu dem Verlust deiner Mama.
    Zu deiner Frage bezüglich des Schmerz, der Trauer und meiner Gefühlswelt kann ich dir folgendes schreiben.
    Ich vermisse meine Mama jeden Tag und es ist kein Tag vergangen seit dem 11.08, an dem ich nicht geweint habe. Der Schmerz ist nicht gewichen, er ist schlimmer geworden. Ich will und kann die Endgültigkeit, dasd es das gewesen sein soll für Immer, nicht akzeptieren. Ich fasse es einfach nicht, dass ich meine Mama nie mehr wiedersehen werde und nie mehr mit ihr reden kann.
    Bilder kann ich mir anschauen, aber es ist sehr schwer dann , dass es halt "nur" Bilder sind, Bilder aus der Vergangenheit halt und es gibt keine Gegenwart und Zukunft mehr mit Mama.
    Selbst nun wie ich es schreibe muss ich weinen, .....
    Mich hat es auch total aus der Bahn geworfen Nicolas und es tut es immer noch. Ich werde meine Mama nie vergessen, es tut so weh sie nicht mehr zu haben.

    Ich stehe mit meiner Trauer komplett Alleine im realen Leben. Es ist keiner Da mit dem ich reden könnte und der mich verstehen würde.
    Diejenigen die ich kenne, kann ich abhaken, solche angeblichen "Freunde" brauche ich nicht.
    Ich habe zwischenzeitlich zwar einiges geregelt bekommen, so zb auch eine andere Wohnung gefunden in der ich zum 01.12 einziehen werde zb, aber ich habe ständig die Gedanken an meine Mama in den Kopf.
    Mir ist sie zu schnell und vorallem zu unerwartet gestorben verstehst du.
    Mama und Ich hatten im Grunde keine Zeit um uns zumindest noch vernünftig zu "verabschieden" und heute denke ich, dass Mama auch nicht mit ihrem Tod so schnell gerechnet hat. Mir bleiben gewisse Momente für immer in meinem Kopf die Mama und Ich zuletzt noch gehabt haben.

    Ich kann schon an Orten sein an denen ich mit Mama gewesen bin, aber dann denke ich sehr wehmütig an diese Zeit zurück und ich habe die Bilder vor meinen Augen. Ich möchte diese Bilder aber auch sehen, ich möchte nichts vergessen was Mama betrifft und wo überall ich mit ihr gewesen bin.
    Nur kommt es mir nun sehr komisch vor wenn ich diese Wege nun ganz Alleine gehen muss. Und das ich Mama nun lediglich auf dem Friedhof besuchen kann, kommt mir auch sehr surreal vor.

    Ich bin dieses Allein sein nun überhaupt nicht gewohnt. Ich habe mein ganzes Leben nie alleine gewohnt und gelebt. Meine Mama und ich waren im Grunde immer zusammen, 52 Jahre lang davon die längste Zeit in unserem Haus zusamnen gelebt.
    Nun ist plötzlich alles anders, nichts mehr wie es gewesen ist...eine richtige Leere. Ich funktioniere zwar, aber ich fühle mich komplett anders als wo meine Mama noch gelebt hat.

    Dieser Verlust wird durch nichts zu ersetzen sein, wie und ob sich mein Schmerz verändern wird kann ich jetzt noch nicht sagen. Das was ich sagen kann ist, dass es noch ein ganz langer Weg sein wird und so Alleine wie ich bin, erkenne ich den Sinn nicht mehr wirklich.


    Lieben Gruß
    Dieter
  • Hallo Dieter
    Du bist sehr aktiv in diesem Forum gewesen und hast ausführlich über den Verlust Deiner Mama geschrieben, die am 11. August2019 verstorben ist.
    Genau an diesem Tag ist auch meine Mutter verstorben und, ähnlich wie bei Dir, war sie für mich existenziell wichtig. Ihr Tod hat mich völlig aus der Bahn geworfen und mich schwermütig gemacht.
    Mich würde interessieren wie sich bei Dir Deine Gefühlslage seit dem 11.8. geändert hat. Ändert sich der Schmerz, die Trauer und wenn ja, wie?
    Ich weine nur noch selten, aber der Schmerz bleibt. Es fällt mir immer noch schwer Bilder von ihr anzusehen oder mich an Orten aufzuhalten, an denen wir gemeinsam unterwegs waren. Dagegen suche ich verstärkt Kontakt zu Menschen, die meiner Mutter nahe standen. Sie lassen mir scheinbar einen Teil von meiner Mutter spüren. Ich bin noch lange nicht im Leben zurück aber auf der Suche. Da hilft es sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.