maria magdalena Anfänger

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  • hallo !
    ich hab gsehn dass du mir geschrieben hast aber leider kann ich es nimma finden.
    kannst du es mir bitte noch einmal schicken?
    danke.
    lg
    • Ja kann ich. Es geht um einen Obdachlosen hier in Kassel. Er hat mir Sonntag erzählt, daß er Krebs. Blasenkrebs. Am 08.10. geht er ins Krankenhaus und danach ist die Chemo. Ich bin nicht so gut, wenn es um Krankheiten geht. Aber er tut mir schon leid. Ich habe schon für ihn gebetet, aber es reicht mir noch nicht. Wie gehe ich am Besten damit um?
    • hallo maria magdalena!
      heute komm ich endlich dazu dir zu antworten.
      tut mir leid wenns immer wieder a bissl dauert bis es soweit ist aber ich hab derzeit sehr viel zu tun,
      nun es ist für den mann der obdachlos ist sicher sehr schwer gewesen als er die Diagnose blasenkrebs vom Arzt bekommen hat.
      oft entstehn dann grosse Ängste.
      vor dem bevorstehenden Krankenhausaufenthalt vor der chemo den ganzen andren Behandlungen die einem bevor stehn ...wird man die kraft aufbringen können das ganze durchzustehn ist es möglichden krebs zu bekämpfen...usw..
      hier ist es ganz wichtig dass diese menschen seelischen beistand erhalten.
      die frage ist nun wie gehst du mit der Sache um .
      es ist sicher nicht einfach. zu akzeptieren wie es ist..
      Du solltest dir selbst die frage stellen inwieweit du schon bereit bist ihn zu unterstûtzen da du ja selbst noch um d.eltern trauerst.
      beten ist sicher eine gute Sache und ich denke sehr wohl dass es sowohl dir als auch ihm hilft...
      Weisst du du kannst nur dann helfen wenns dir selbst gut geht.
      Alles andre hàtte keinen sinn.
      du schreibst dass dir das nicht reicht.
      nun stellt sich die frage wie verhalte ich mich dem Patienten gegenüber und was kann ich tun.
      nun einer der regeln ist sicher sich ganz normal zu verhalten mit Wertschätzung agieren weil Respekt und Normalität kranken menschen gut tun.
      was du ebenfalls tun kannst ist ..für ihn da sein zuhören wenn er über seine Ängste und Probleme reden will.
      ihn im Krankhaus besuchen wenn es soweit ist.
      ihn so gut es geht unterstützen....
      viele menschen sind sehr dankbar dafür.
      schon allein zu wissen dass er nicht allein ist dass jemand für ihn da ist.
      es sind die kleinen dinge die es ausmachen.
      aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen dass es keine einfache aufgabe ist
      es ghört viel Einfühlungsvermögen stärke und ausdauer dazu...
      zeitweise kanns sehr emotional werden..
      es ist ganz wichtig dass wenn dich das zu viel belastet .
      sollte es so sein so hast du jederzeit die möglchkeit dir selbst professionelle hilfe zu holen.
      das kann sehr hilfreich sein.
      selbstverständlich bleib ich weiterhin dein ansprechpartnerin in dieser Sache.
      ich wünsche dir alles gute.
      elli
    • Danke für die Antwort Elli, ja ich werde ins Krankenhaus gehen. Er kriegt mit Sicherheit wenig Besuch. Seine Exfreundin nimmt solang die Hunde, es sind drei im Moment. Sie waren nur kurz zusammen, er sagte es hätte einfach nicht gepasst. Ich war irritiert, daß sie sich weiter Küsschen gaben. Es würde mich nicht wundern, wenn es sich ändert. Sie halten zusammen, das fällt mir schon die ganze Zeit auf.

      Für mich sorge ich gut im Moment. Heute habe ich mir eine Pause gegönnt, über ein paar Stunden. Stefan kümmert sich rührend um mich. Hat heute schon gefragt, ob ich Hilfe brauche. Mir Fachleute genannt, eine aus der Kirche, die sich mit Erbrecht auskennt. Heute morgen war ich das zweite Mal im Amtsgericht und war danach genervt, daß sich nicht von Anfang sagen können, welche Papiere man wirklich braucht. Ich gehe erst Montag wieder hin. Ich bin wenig zum Putzen gekommen und habe heute damit angefangen. Vorher habe ich wirklich nur das Nötigste gemacht.

      Mein Umfeld hört mir zu. Viele haben Verständnis. Gestern hat mir z.B. eine Nachbarin toll zugehört. Sie ist auch in der Seelsorge, ehrenamtlich. Und christlich wie Stefan und ich. Wir freuen uns jedesmal, wenn wir uns sehen. Auch aus unserer Gemeinde hat eine gezeigt, daß ich nicht allein damit bin. Sie ist schon älter und wir kommen uns seit Monaten immer näher. Sie strahlt viel Ruhe aus, Stefan mag sie auch sehr. Noch eine von denen, die sich nicht nur als christlich bezeichnen sondern es auch Sinn.

      Ich habe mich entschieden nicht nach Friedwald zu fahren. Nur heute Nacht brauchte ich die Telefonseelsorge. Denn nachts um drei Uhr kann man ja schlecht jemand anrufen. Es gibt Leute, die Pfarrer nachts anrufen, weil sie z.B. Liebeskummer haben. Oder sich beschweren wollen, aber meist hat er das Telefon dann aus. Aber ich finde es gehört sich einfach nicht. Ich schreibe ihm dann höchstens mal eine email, die er dann später in Ruhe lesen kann. Stefan hat längst durchschaut wie es mir wirklich geht. Er kennt mich halt nach all den Jahren.

      Heute Nacht hatte ich eine Panikattacke. Mir ging es tagsüber schon nicht gut. Bin noch eingeschlafen, früh ins Bett gegangen, aber dann kam halt die Panikattacke und ich habe auch sehr schlecht geträumt.

      Auch trenne ich mich grad von Menschen, die mir nicht gut tun. Beim Hausarzt wurde ich sehr lieb behandelt, sie war am Blutdruckmessen, Routinemäßig. Er war leicht erhöht und sie hörte mir ganz lieb zu. Heute Nacht habe ich einfach die Telefonseelsorge angerufen und der Mann sagte selber, es wird nicht leicht. Aber meine Chancen stehen in dieser Sache gut.

      Mein Bruder hat wohl das Testament verschwinden lassen. Um mich um alles zu betrügen. Wir können ihn wegen Betrug schon mal packen. Montag gehe ich noch ein letztes Mal zum Amtsgericht und dann rufe ich die Anwältin an. Mein Bruder hasst Anwältinnen, sie sind ihm zu stark. Mit solchen Frauen kann er nichts anfangen.

      Stefan geht den Weg mit mir. Ihn stört es nicht, daß ich inzwischen multiple bin. Er hat kein Problem damit, daß ich trockene Alkoholikerin bin. In der Insolvenz. Alles kein Problem. Solche Männer sind selten heutzutage. Meine Exfreunde waren das ganze Gegenteil.

      Wenn ich dann die Anwältin habe übergebe ich ihr alles. Parallel gibt es dann noch eine Anwältin, die mich strafrechtlich begleitet, weil ja noch ein Verfahren gegen meinen ehemaligen Therapeuten läuft. Da habe ich Frau Ochs von der Kasseler Hilfe.

      Heute habe ich mich zum Beispiel mit viel Musik abgelenkt. Stefan will noch kommen. Wir werden dann wohl gemeinsam runter fahren, zu ihm in Kirche und Pfarrhaus.

      Wir haben in der Kirche auch noch die Diakonie. Michael Fichtelmann ist nicht nur Stefans Freund, auch ich mag ihn sehr. Eigentlich mag ihn jeder, weil er einfach toll ist. Er ist Sozialarbeiter, er selbst nennt sich streetworker, obwohl er nie auf die Strasse geht, weil die Zeit nie reicht.

      Ich bin wirklich Olafs Zuhörerin, vor ein paar Tagen hat er mich ja schon mit allem, was er hat allein gelassen für kurze Zeit. Er vertraut mir sehr. Sonntag hat er zum ersten Mal darüber geredet. Aber er erzählt mir, wenn er Stress mit Frauen hat. Erzählt mir von seiner Post. Zeigt mir Fotos auf seinem handy.

      Solche Sachen lenken mich eher positiv ab. Andere Leute haben auch Sorgen und es erdet mich. Sicher verkrieche ich mich mal total zuhause. Aber sonst mache ich fast normal weiter. Die Tiervermittlung z.B. lenkt mich täglich gut ab. Ich bin für vier Hunde zuständig, im Hintergrund noch andere Tierschützer, die dann andere Aufgaben haben. Meine Beraterin bei der Kasseler Hilfe sagt es ist erstaunlich, was ich noch alles leisten kann. Trotz 16 Jahre Mißbrauch. Sie wollten mich zerstören, aber sie haben es nicht geschafft.

      Was ich mir allerdings suchen werde, da habe ich schon Nummern bekommen ist ein Psychologe, der mit Multiplen umgehen kann. Die müssen extra drauf geschult sein.

      Die letzten zwei Tage habe ich mehrere, u.a. auch Stefan gefragt, warum mir mein Bruder schon wieder etwas sehr Schlimmes antut. Aber das kann keiner beantworten. Ich denke er hasst mich noch immer und gibt mir noch immer die Schuld.
    • hallo Maria Magdalena!
      vielen dank für deine antwort..
      es ist sehr sehr gut dass du dich dazu bereit erklärt hast deinen bekannten im Krankenhaus zu besuchen.
      da wird er sich sicher drüber freun und ein wenig ablenken.
      dass seine ex die 3 Hunde in der Zwischenzeit versorgt ist gut.
      nun auch wenn es für dich nicht ganz klar ist in welchem Verhältnis die beiden zueinander stehn..
      ob sie nun freunde sind oder mehr.wie auch immer...
      sie kümmert sich um ihn und das ist was zählt.
      es ist sehr erfreulich dass sich die leute in deinem Umfeld sehr viel Verständnis für deine Situation zeigt und sich seiner annimmt.
      da gehört stefan auch dazu.
      er spürt dass es dir zur zeit schlecht geht und bleibt an deiner seite geht mit dir deinen schweren und steinigen weg...
      es ist ihm egal ob du multiple oder trockene Alkoholikerin bist.
      er ist für dich da und unterstützt dich wo immer es ihm möglich ist.
      es ist ihm auch sehr wichtig dass du Unterstützung wegen der erbangelegenheit
      bekommst und hat dir gleich einige Telefonnummern zukommen lassen.
      er hat sich in den letzten tagen immer wieder als wirklich guter freund erwiesen obwohl er selbst noch immer tief in der trauerphase steckt.
      weisst du je mehr Unterstützung du von den menschen bekommen kannst umso besser
      dass du dich derzeit von menschen trennst die dir net gut tun ist eine gute Entscheidung.
      denn die würden dich nur noch mehr runter ziehn und des kannst zur zeit gar net brauchen.
      wichtig ist es dass du dich mit menschen umgibst die dir gut tun und die auf dich schaun.
      das ist was wirklich zählt.
      es ist deine eigene Entscheidung wann und ob du nach friedwald fahren willst.
      wenn du kein gutes gefühl dabei hast oder es dir nicht gut geht ist es sicher besser dass du es lasst.
      nachdem du letzte nacht so heftige panikattaken gehabt hast war es eine notwendige Entscheidung dass du deinen Hausarzt aufgesucht hast um dir helfen zu lassen.
      weisst du du hast auch jederzeit die Möglichkeit die Telefonseelsorge anzurufen.
      die Mitarbeiter sind sehr einfühlsam.
      sie wissen genau wies einem menschen geht wenn sie einen schweren verlust erlitten haben.
      zöger net dich dort zu melden..
      denn dafür sind sie ja da.
      es ist sehr gut dass du dich ablenkst.seis mit musik oder mit den Tieren.
      mit den 4 Hunden und der tiervermittlung hast eh allerhand zu tun.
      die betreuung von olaf gehört da ebenfalls dazu.
      es ist schön dass er dir so vertraut und dir viele private dinge erzählt.
      da tust du ein gutes werk-
      es ist wichtig dass du unterstützung von der dame der kassler hilfe bekommst,
      da hat sie schon recht.
      du hast jahrelang so viele schreckliche dinge mitgemacht und kannst immer noch sehr viel leisten.
      das schafft keiner dich zu zerstören... weilst zaach und eine starke persönlichkeit bist.
      es gibt sicher psychologen die darauf spezialisiert sind multipe menschen zu betreun.
      nachdem du eh schon einige nummern hast kannst ja dort einmal anrufen und um einen Termin bitten.
      du wirst ja sehn obs für dich passt.
      das wichtigtste ist dass du hilfe bekommst.
      leider wird dir weder stefan noch sonnst noch jemand die frage beantworten können wieso dir dein bruder sowas antut-
      das kann er nur selbst.
      dass er das Testament verschwinden hat lassen ist schon ein starkes stück.
      aber ich kann mir net vorstellen dass er damit durchkommt.
      umso wichtiger ist es dass du am montag zum amtsgericht gehst um das zu klären.
      weiters dass du das ganze der Anwältin übergibst die sich um die ganze Sache kümmert und eine weitere die das strafrechtliche übernimmt und dich begleitet.
      es ist zu hoffen dass diese Sache gut ausgeht.
      wie ich gelesen hab gibt es ja noch ein weiteres verfahren gegen deinen ehemalige Therapeutin lauft.
      auch hier ist zu hoffen dass es einen positiven ausgang gibt.
      gut dass du so viele ´leute hast (frau ochs von der kassler hilfe eingeschlossen)die dich unterstützen.
      gemeinsam könnt ihr es schaffen.
      ich wünsche dir alles gute.
      bitte halt mich weiterhin am laufenden.
      alles liebe elli
  • Ich kann es noch gar nicht richtig begreifen. Gestern Abend habe ich erfahren, daß jetzt beide Eltern tot sind. Auf der Beerdigung war nicht erwünscht. Ich bin auch enterbt worden. Beide haben sehr viel Schuld mit sich ins Grab genommen, aber mir in den letzten Jahren immer die Schuld an allem gegeben. Sie haben so schlecht über mich geredet, daß meine Nichte eines Tages geschrien hat sie kann es nicht mehr hören. Aber auch zu ihr habe ich keinen Kontakt, dafür haben sie auch gesorgt. Ich kann im Grunde mit niemand aus der Familie trauern. Es gibt noch Freunde von meiner Mutter, die aber nicht hier wohnen. Zu ihnen werde ich wohl Kontakt aufnehmen. Gestern habe ich fast nichts gefühlt als ich es erfuhr. Mein Erbe werde ich mir holen. Es steht mir zu. Im Grunde ist es dann Schmerzensgeld und ich werde wohl einen Teil spenden. Morgen helfe ich im Tierheim, was mich ablenken wird. Darüber bin ich froh. Alte Wunden reißen auf.
    • liebe maria magdalena!
      ich möchte dir als erstes mein herzliches beileid zum tod deiner eltern aussprechen.
      es ist furchtbar wenn man innerhalb so kurzer zeit beide verloren hat.
      das hat dich sicher hart getroffen.
      vor allem aber dass du nicht auf dem begräbnis erwünscht warst und so keine möglichkeit gehabt hast dich von ihnen zu verabschieden find ich heftig...
      was auch immer in eurer familie vorgefallen ist aber es müssen so heftige und unüberwindbare differenzen gewesen sein.
      dass sie dir an allem die schuld gegeben haben und dich vor andren schlecht gemacht haben ist sicher nicht ok.
      ich finde es sehr schade dass du nicht mehr die möglichkeit gehabt hast dich mit ihnen vor ihrem tod auszusprechen.
      denn so bleibt es für dich eine belastung.
      du könntest ihnen einen brief schreiben...
      hier kannst du alles hineinschreiben...
      all deine wut deine trauer die vorwürfe die dir immer gemacht worden sind.
      eben alles was dir so durch den kopf geht und was dich belastet..
      das kann sehr hilfreich sein.
      womöglich kannst du so mit der ganzen Sache abschliessen und es hinter dir lassen.
      was deine nichte anbelangt.
      es ist anzunehmen dass sie die ganzen streitigkeiten die du mit deinen eltern gehabt hast jahre lang miterlebt und es ist verständlich dass es ihr ihr dann einmal zuviel geworden ist.
      vielleicht gelingt es dir nach einiger zeit dich mit ihr zusammen zu setzen und mit ihr über alles zu reden...
      was das erbe anbelangt..
      so wäre es ratsam professionelle hilfe anzunehmen.
      denn der zuständige weiss bestimmt was in dieser erbschaftssache zu tun ist und wie du zu deinem pflichtteil kommst.
      es bleibt zu hoffen dass es kein langer heftiger erbschaftsstreit wird.
      nachdem du niemanden aus deiner Familie hast mit dem du gemeinsam trauern kannst könntest du versuchen den kontakt zu den freunden deiner mama aufzunehmen..
      du wirst ja sehn wie sie reagieren..
      es ist auf jeden fall ein versuch wert.
      natürlich kannst du dich jederzeit melden wenn du jemanden zum reden brauchst.
      ich werde für dich da sein.
      lg elli
    • Danke für die liebe Antwort. Ich kann es noch immer nicht fassen und lenke mich ab. Zwischendurch erhole ich mich, werde melancholisch. Eine Zuhörerin habe ich jetzt, bei einer Bekannten liegt es wohl daran, daß sie selbst grad sehr große Probleme hat.

      Es ging immer um 16 Jahre sexuellen Mißbrauch zwischen meinem Vater, meinem Bruder und mir. Ich denke mein Bruder wird mir das Leben zur Hölle machen, das hat er mir schon mal angedroht, wenn ich ihn anzeige. Ich habe ihn trotzdem letztes Jahr angezeigt, aber der Staatsanwalt hat es wegen Verjährung usw. eingestellt. Danach ließ ich es ruhen, weil ich merkte, daß ich zu sehr litt. Ich hörte Stimmen.

      Eigentlich müßte ich ihnen Vorwürfe machen, das habe ich einmal in einem Brief. S. hat mir heute zugesagt, daß er mit mir ans Grab geht. Ich packe das nicht allein. Irgendwie habe ich Angst, daß ich zusammen breche oder so. Er trauert zwar selber, aber für mich will er das tun. Er schlug vor noch jemand mitzunehmen. Aber da ist keiner. Meine Zuhörerin ist eine Tierschützerin, wir arbeiten ehrenamtlich in derselben Orga. Und schreiben über facebook.

      Ich kann noch nicht mal weinen. Neulich habe ich ein Buch über Trauer gelesen, vieles hat gestimmt. Außer, daß bei mir der Hunger nicht weg geht. Bei S. stimmt es aber. Ich vergesse manchmal das Essen, aber ich unterzuckere dann und muß dann halt essen.

      Bei der Freundin meiner Mutter und ihrem Mann war das Verhältnis lange toll. Sie freuten sich als ich S. kennenlernte und ein Foto schickte. Aber als ich ihnen von dem Mißbrauch erzählte wollten sie nichts damit zu tun habe. Aber ich schreibe ihnen diese Woche.

      Ich bin sehr aktiv im Moment, was mir aber hilft. Tierschutz. Gestern war Tierheimfest und ich habe sieben Stunden geholfen. Fünf Stunden gebrauchte Bücher verkauft. Und meine Bekannte und ich starten ein gemeinsames Projekt. Das lenkt mich ab, eine Mischung aus Kirche, Obdachlosenhilfe und Tierschutz.

      Ich hätte gern jemand, der mit mir über sie sprechen will und sie auch kannte. Aber sie nicht verherrlicht. Mein Vater war ein angesehener Chef einer Firma. Meine Mutter lebte immer sehr zurückgezogen.

      Ich trage auch kein schwarz. Vielleicht sollte ich doch mehr abgeben. Bei mir macht sich eine gewisse Müdigkeit breit.

      Einmal habe ich bei der Telefonseelsorge angerufen, sie war toll. Wirklich toll. Wir haben lange geredet und mir ging es danach besser. Werde ich wohl wieder tun.

      Vielleicht sollte ich einen Brief aufs Grab legen. Ich weiß im Moment noch nicht mal ob ich Blumen mitnehmen soll. Normalerweise zünde ich eine Kerze an, wenn jemand verstorben ist. Wie ich es im Altersheim gelernt habe. Normalerweise weine ich auch schneller. Aber ich stehe wohl immer noch unter Schock. S. ist ja noch schlimmer als ich. Aber er hat in dem Lied seine Gefühle beschrieben und das war wirklich echt. Das passt auch zu ihm.

      Vorgestern habe ich bei einer Bekannten überlegt, aber dann doch nicht geredet. Sie ist nicht wirklich eine Zuhörerin, auch sehr mit sich selbst beschäftigt.

      Diese Woche muß ich einige Dinge erledigen, die mehr schwer fallen. Aber es muß sein.
    • liebe Maria Magdalena!
      vielen dank für dein mail und die Bereitschaft mir etwas von deinem leben zu erzhlen.
      es ist verständlich dass du noch immer sehr betroffen vom Tod deiner Eltern bist und dass du obwohl du versuchst dich abzulenken immer wieder melancholisch wirst.
      das ist ganz normal.
      ebenso dass du nicht essen kannst.
      auch wenn es dir schwer fällt etwas zu dir zu nehmen ist es ganz wichtig..
      und wenns nur ein bissl ist.
      weisst sonnst wirst unterzuckert und kippst um.
      das willst du sicher nicht,.
      es gibt sehr viele gute bücher die sich mit trauer befassen.
      mir hat damals AUF DER ANDREN SEITE DES WEGES sehr geholfen.
      es ist wirklich erschreckend was sich bei euch zuhause abgspielt hat.
      den jahrelangen mehrfachen missbrauch durch den eigenen vater und bruder.
      schlimmer geht's wohl nimma...
      was ich echt heftig fínd ist dass deine restliche Familie offensichtlich alles wusste aber nichts dagegen unternommen hat.
      im grunde warst du ausgeliefert.
      ich kann mir vorstellen wie unerträglich das für dich gewesen sein muss.
      trotz der Drohungen die dein bruder da losgelassen hat hast du das einzig richtige getan.
      du hast ihn angezeigt...
      leider wurde das verfahren wegen Verjährung eingestellt.
      dass dein bruder dir die hölle heiss machen würd wenn du es noch mal gegen ihn vorgehn würdest ist klar.-
      denn da steht für ihn viel auf dem spiel.
      hast du schon mal überlegt eine stelle für opfer von sexuellem missbrauch aufzusuchen?
      denn dort kann man dir sicher helfen.
      denn dass es dich nach wie vor belastet ist ja offensichtlich.
      ich denke es wäre gut etwas zu tun.....
      auch wenn das Verhältnis der Freundin deiner mama und dessen mann lange zeit gut war..
      oft ist es so wenn man dann dinge anvertraut wie du es beim missbrauch tun wolltest da schrecken sie davor zurrück und wollen nichts damit zu tun haben.
      dabei wäre gerade dann sehr wichtig wenn die opfer hilfe bekommen würden..
      denn auch wenn das ganze verjährt ist die opfer leiden ihr ganzes leben darunter.
      vielleicht wärs ganz gut wenn du ihnen noch einmal schreiben und ihnen die ganze Situation erklären würdest.
      nachdem sie deine Eltern gut gekannt hat könntest du vielleicht mit ihnen drüber reden...
      oder gibt es vielleicht sonnst noch jemanden?
      es ist wichtig dass wenigstens Unterstützung von der kollegin mit der du in der tierschutzorganisation zusammen arbeitest bekommst.
      auch wenns über fb ist,...
      wichtig ist dass du gehört wirst.
      auch die Telefonseelsorge ist eine gute Sache..
      denn hier kannst du offen über alles reden.
      die Mitarbeiter hören zu und werden gut auf dich eingehn.
      ich denke dass ist eine gute Option.
      ebenso ist es wichtig dass dich dein bekannter der eigentlich selbst noch trauert heute zum grab begleiten wird..
      denn in so einer Situation ist es wichtig damit du eine stütze hast.
      denn das ist kein einfacher weg der dir hier bevor steht.
      vielleicht hilft es dir ein wenig wenn du den Brief den du geschrieben hast an ihr grab legst,.
      ób du Blumen mitnehmen willst oder nicht bleibt dir überlassen...^
      auch wenn du jetzt noch nicht weinen kannst...
      vielleicht ist es zu einem späteren Zeitpunkt möglich.
      in den nächsten tagen hast du bestimmt sehr viel zu tun und auch wenn diese dinge nicht angenehm sind so ist es wichtig dass du sie erledigst.
      selbstverständlich bleibt mein Angebot dass du dich jederzeit melden kannst áufrecht.
      denn dafür bin ich ja da..
      ich wünsche dir alles gute und sehr viel kraft für die nächste zeit.
      lg elli