Beiträge von Introvert_93

    Hallo Steffi, mein Beileid zu deinem Verlust ich hatte auch einen ähnlichen Schicksalsschlag.


    Ich bin 26 und vor nun fast 3 Jahren hab ich meine Mutter an Lungenkrebs verloren. Sie bekam die Diagnose 9 Monate davor und dann ging es ziemlich schnell bergab.


    Mir gefällt wie positiv du trotz des Verlusts schreibst, leider geht es mir nicht ganz so gut mit dem Verarbeiten.

    Seit dem Tod bin ich in eine starke Depression verfallen aus der ich nun aufgrund regelmäßiger Therapie rauskomme.

    Ich konnte eigentlich nichts mehr tun weil ich mich nur noch zu Hause verkrochen habe aber mittlerweile gehe ich wieder ins Fitnessstudio regelmäßig und treffe mich wieder mit Freunden.


    Ich habe im Gegensatz zu meinem Vater und meiner Schwester die Trauerphase komplett blockiert und konnte nicht mal auf der Beerdigung so richtig weinen. Nun hängt mir das ganze nach weil ich nicht auf das Grab meiner Mutter gehen kann, noch weniger kann ich viel über sie reden oder ihre Fotos betrachten obwohl ich es wirklich gerne würde.


    Ein Elternteil zu verlieren ist echt hart, vor allem wenn man zu diesem Elternteil eine tolle Beziehung hatte und ich habe das Gefühl ich kann über das Geschehene fast nur schreiben, denn darüber zu reden macht es einfach so real, dass es zu weh tut deswegen verkrampfe ich immer wenn das Thema aufkommt und meine Stimme bebt. Als wäre ich ein Kochtopf voller Emotionen der droht überzugehen.


    LG Michi

    Ich kann deine Gefühle nachvollziehen, meine Mutter bekam ihre Diagnose Lungenkrebs Anfang 2016 und verstarb leider kurz vor Weihnachten 2016. Jedes deiner Worte fühlt sich an als könntest du meine Gedanken lesen. Meine Trauerverarbeitung befindet sich leider noch immer im Stillstand weil ich nach dem Verlust meiner Mutter in eine starke Depression verfallen bin.


    Jedoch weiß ich wenn ich meinen Vater sehe wie wichtig es ist zu trauern und ich wünschte mir ich könnte es in einer anderen Form tun als ich es damals und jetzt tue aber das dauert wohl noch. Ich kann mich leider noch genau wie du jetzt gut an die Krankenhausbesuche erinnern .. es war sehr frustrierend zu sehen wie meine Mutter voll mit Medikamenten und auf Antidepressiva ihre letzten Wochen emotionslos im Bett verbrachte während wir am Bett kauerten und unseren Gefühlen freien Lauf ließen.


    Keiner kann dir den Schmerz nehmen und er wird auch nicht weniger werden so hart es auch klingt. Ich kann dir keinen Tipp geben weil ich selber nach 3 Jahren noch immer daran zu knabbern habe und wenig bis gar nichts über meine Mutter reden kann. Weder kann ich sie am Grab besuchen noch kann ich mir ihre Fotos ansehen oder ihre letzten Nachrichten durchlesen.


    Ich wünsche dir, dass du im Stande bist eine andere Art der Trauerbewältigung zu erleben als ich. Aber du solltest nie einen Druck verspüren wie lange es angemessen ist zu trauern, denn das weißt nur du und dein Inneres.


    Deine Mutter wird so wie meine Mutter in uns weiterleben und sicher auch in deinem Kind, nämlich in der Art wie du dein Kind erziehst mit der gleichen Liebe du die von deiner Mutter erfahren hast!