Beiträge von margan

    Meine Mutter hatte mehrere Jahre versäumt ihre Gallensteine entfernen zu lassen. Hauptgrund war die schwere COPD(Stufe IV) Erkrankung meines Vaters, weswegen meine Mutter die OP immer wieder verschob, um sich besser um meinen Vater kümmern zu können. Februar 2018 ist mein Vater aufgrund seiner krankheitsbedingten Herzschwäche verstorben. Nach vielen Monaten der Trauer ging es uns besser, bis meine Mutter pötzlich ein Ziehen im rechten Oberbauch bekam. Natürlich dachte sie sofort an ihre Gallensteine und ließ sich einer OP unterziehen. Nach der OP wurde uns mitgeteilt, das Knötchen am Bauchfell entdeckt und einer Biopsie unterzogen werden. Am 29.11.2018 kam die Hiobsbotschaft, dass die Knötchen boshaft und bereits die Leber und das Bauchfell infiltriert haben. Der Oberarzt empfahl uns auf jeden Fall eine palliative Chemo durchzuführen. Januar 2019 ging es los und meine Mutter erhielt ihre erste Chemo. Abgesehen von sporadischer Übelkeit ging es meiner Mutter sehr gut. Sie war fit, konnte alles essen und viele Ausflüge durchführen. Ende März wurde die erste CT-Untersuchung durchgeführt und leider Progress diagnostiziert. Meiner Mutter war trotzdem weiterhin sehr optimistisch und immer noch gut belastbar. Die Chemo wurde umgestellt und Ende Mai sollte die nächste CT-Untersuchung anstehen. Am 08.05.2019 bekam meine Mutter dann die vorletzte Chemo vor der CT-Untersuchung. Dazu kam es aber nicht mehr. Am 09.05.2019 war meine Mutter von heute auf morgen bettlägrig, schwach und musste sich nach jeglicher Nahrunsaufnahme übergeben. Außerdem klagte sie über starke Schmerzen im rechten Oberbauch. Wie gingen von plötzlichen Nebenwirkung der Chemo aus und versuchten mit kleinen Snacks und Süppchen die Lage wieder zu verbessern. Leider schlug nichts an und am 22.05.2019 musste meine Mutter wegen extremer Schwäche und Übelkeit ins Krankenhaus. Eine sofor eingeleitetes CT ergab eine signifikant metastasierte Bauchfelldecke und neue Herde in der Leber. Auch die neue Chemo ist somit nicht ansatzweise angeschlagen. Ab dem 23.05.2019 musste meine Mutter plötzlich häufig schwarze Flüssigkeit erbrechen. Auch eine Aufnahme von Flüssigkeit war nicht mehr möglich. Es ging einfach nur noch bergab. Sie wurde künstlich ernährt, bis mir der Arzt am 28.05.2019 um 13:00 Uhr mitteilte, dass es meiner Mutter heute sehr schlecht geht und heute noch etwas "passieren" wird. Es hat mir einfach das Herz gebrochen, meiner lebenspositiven Mutter beim Sterben zuzusehen. Das Schlimme ist, meine Mutter war einfach noch nicht bereit zu gehen und hat bis zum Schluß gekämpft, um noch bei mir zu sein, wie sie meinte. Ich habe mich bei ihr für das wunderschöne Zusammenleben bedankt und ihr zugesprochen, dass sie ruhig loslassen darf. Nach ca 12 Stunden war meine Mutter erlöst. Noch immer sehe ich ihre traurigen Augen und wie ihre Hände kälter und dunkler wurden. Es ist für mich ein Alpdruck, wie diesem wunderbaren Menschen einfach das Leben und die Hoffnung geraubt wurden. Sie hat mir immer Mut gemacht und war einfach mein bester Freund. Im Moment kann ich mir einfach nicht vorstellen wie ich mit der gegenwärtigen Lage umgehen und ohne sie leben soll. Schon der Gedanke nie mehr ihre Stimme zu hören oder mit ihr zusammen zu sein erdrückt mich wie ein Bleigewicht.