Beiträge von Angel

    Ich kann das wirklich gut verstehen und diese Bilder werden Dich noch lange begleiten. Die habe ich auch noch immer mal mehr mal weniger. Und es sind schon 10 Monate. Höre ich einen Krankenwagen mit Blaulicht und Martinshorn fahren, kommen die Bilder von meinem Vater. Er hat sich von meiner Mutter verabschiedet und sich für die schönen Ehejahre bedankt und auch bei mir, für alles was ich die letzten Monate für ihn getan habe. Er sagte: " ich weiß ich werde nicht mehr nach Hause kommen' und er hat Recht behalten. Und mittags am gleichen Tag musste ich auch meine Mutter ins Krankenhaus bringen. Beide wollten nicht ins Krankenhaus aber es ging nicht anders, wie oft givt es Tage wo ich mir solche Vorwürfe mache. Denn ich habe den Krankenwagen gerufen und dann stirbt meine Mutter vor meinem Vater (der sooo krank war) und meine Mutter eigentlich nicht's Schlimmes hatte und nur zwei drei Tage dortbleiben sollte. Der Schmerz die Erinnerungen werden immer bleiben sie werden mit der Zeit etwas erträglicher. Es ist wichtig immer und immer wieder darüber zu reden, Leute die so etwas noch nicht erlebt haben, können sich nur schwer dort hinein versetzen. Umso mehr freue ich mich, dieses Forum gefunden zu haben. Sei gedrückt

    Hallo Leonarda,

    Keine Ahnung wann der Schmerz oder die Trauer besser wird. Bei mir ist es heute 10 Monate her, als meine Mutter starb. Und immer wieder und wieder kommen soviele Bilder und Erinnerungen von den letzten Wochen hoch. Eigentlich dachte ich es würde besser mit der Trauer dann gibt es wieder Tage, wo es mir nicht gut geht und ich weine. Es ist soooo schwer ohne die Beiden. In manchen Situationen überlege ich und sage mir oft, dass hätten Mama und Papa nicht so gewollt oder wie sie entschieden hätten. Auch viele schöne Erinnerungen sind da und ich weiß sie werden von oben auf mich herabschauen. Nächsten Monat ist der Geburtstag meiner Mutter, sie hat mit meiner Nichte zusammen Geburtstag. So verbringe ich den Tag mit ihr und wir gehen gemeinsam zum Friedhof. Wir haben mit meiner Mutter immer einen Schnaps zusammen getrunken an ihrem Geburtstag. So machen wir es dieses Jahr gemeinsam und denken an sie mit einem Blick zum Himmel.

    Ich danke Euch von Herzen für das anzünden der Kerzen, dass ist sehr lieb. Letzte Woche war ich das erste mal nach dem Tod meiner Eltern in deren Wohnung (wir haben sie verkauft innerhalb der Familie) . Auch dort gab es wieder Tränen und viele Erinnerungen. Die Bilder und Erinnerungen von meinem Vater sind noch immer so intensiv, als wäre es erst vor ein paar Tagen gewesen. Dabei ist es schon fast 8 Monate her, aber ich bin nach wie vor froh dieses Forum gefunden zu haben .

    Heute war ich auf dem Friedhof, wie so oft habe eine Kerze für meine Eltern angezündet und mich dort auf eine Bank gesetzt. Ich habe das Gefühl nur dort bin ich Ihnen wirklich ganz nah. Es sind jetzt sieben Monate vergangen nach dem Tod meiner Eltern, die letzte Zeit hatte ich eigentlich das Gefühl es geht in kleinen Schritten besser. Doch als ich heute dort war habe ich so weinen müssen, die Erinnerungen waren so nah,als sei es erst gestern passiert .

    Hallo Indianer,

    danke für deine Worte. Für uns ist es schwer zu verstehen, dass andere einfach ganz normal den Alltag bestreiten, als wäre nichts gewesen. Wir trauern und fühlen uns allein gelassen. Nach so einem Schicksalsschlag habe ich gemerkt, dass man einige Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel sieht.

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft und wer weiß vielleicht tritt irgendwann wieder jemand in dein Leben, der Dir zur Seite steht mit Dir deine Trauer teilt und Dir wieder Halt gibt.

    Liebe Grüße

    Angel

    Ich danke Euch Allen sehr für die lieben Worte, dass tut soooo gut zu wissen das immer jemand da ist und zuhört. Ich bin so froh mich in diesem Forum angemeldet zu haben und kann es wirklich nur jedem empfehlen ,wenn man seinen Kummer teilen möchte. Vielen lieben DANK

    Ich habe die schönen Gedichte und Sprüche gelesen, an vielen ist soviel wahres. Das der Tod bzw.die Trauer uns verändert. Die Tage und Wochen seit dem Tod meiner Eltern vergehen und ich kann nicht glauben das schon 7 Monate vergangen sind. Mutter- und Vatertag waren wieder Tage, wo der Tod der Beiden, für mich gefühlsmäßig erst vor ein paar Tagen war. Geburtstage wo sie fehlen, immer wieder Erinnerungen an viele Momente, sogar beim kochen, als ich versucht habe was zu zubereiten was meine Mutter immer für mich gemacht hat. Es schmeckte einfach anders und ich habe in der Küche gestanden und geweint weil ich es einfach nicht hinbekommen habe. Manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen feiern zu gehen, obwohl ich weiß das meine Eltern das nie gewollt hätten, dass ich nicht gehe. Der Alltag geht einfach weiter und es gibt nur noch wenige die fragen, wie es mir geht. Für alle anderen ist dieses Thema schon in weiter Ferne für mich aber noch so nah.

    Auch von mir mein tiefes Mitgefühl. Ich kann Dich sehr gut verstehen, von einem auf den anderen Moment keine Mutter mehr zu haben. Meine Mama ist im Oktober letztes Jahr gestorben. Sie war zwar im Krankenhaus aber laut den Ärzten nichts dramatisches. Ich wollte sie Freitags nach Hause holen, in der Nacht vorher ist sie gestorben. Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen. Drei Wochen später starb dann auch noch mein Papa. Auch jetzt ist es noch immer sehr schwer. Der erste Muttertag ,wo sie nicht mehr da war, die ersten Familienfeiern ohne sie bzw. den Beiden.Zwischendurch kommen immer wieder Momente wo ich weinen muss und Tage wo es mir nicht so gut geht. Wie Du auch schon geschrieben hast, darüber reden ist sehr hilfreich oder es aufzu schreiben. Du wirst deine Mutter immer im Herzen tragen und denk an die schöne Zeit die ihr gemeinsam hattet. Die kann Dir niemand nehmen. Ich bin mir sicher , dass deine Mutter nicht gewollt hätte, dass Du dich aufgibst. Der Schmerz um deine Mutter wird immer bleiben aber irgendwann wird es nicht mehr ganz so weh tun. Man weiss man ist nicht allein, dass gibt Kraft. Irgendwann werden wir es schaffen in den "normalen "Alltag zurück zu kehren.

    Lieber Benni,

    mein tiefstes Mitgefühl, es tut mir sehr leid .

    Ich kann Dich gut verstehen, wie Du dich fühlst, bei mir war es genauso ausser das meine Mutter nicht krank war und ganz plötzlich gestorben ist. Das reisst einem den Boden unter den Füßen weg. Anfangs schafft man alles relativ gut, man funktioniert einfach. Ich kann nur von mir schreiben und dann ging nichts mehr. Man muss sich die Zeit nehmen zu trauern. Es ist jetzt 1/2 Jahr her, zwischendurch habe ich immer noch das Gefühl es war gestern. Sie fehlen mir so sehr. Mich tröstet es, dass sie nun wieder zusammen sind und sicher das eine oder andere mal auf uns hinab schauen . Wir tragen Sie tief in unseren Herzen und das wissen sie.

    Ich wünsche Dir für die kommende Zeit viel Kraft und nimm dir die Zeit zu trauern und auch zu weinen. Irgendwann tut es nicht mehr ganz so weh aber es gibt auch immer wieder Momente die sehr schmerzhaft sind.

    Liebe Grüße

    Angel

    Heute abend muss ich meine Gefühlslage einfach mal wieder niederschreiben. Meine Mutter ist nun schon 1/2 Jahr tot und oftmals kommt es mir vor, als sei es gestern gewesen. Ich gehe vielmehr, als kurz nach der Beerdigung, zum Friedhof, weil ich mich dort meinen Eltern viel näher fühle . Dann stehe ich vor dem Urnenfach und mir gehen soviele Erinnerungen durch den Kopf. Es fehlt mir ein Grab, wo ich was Pflanzen und eine Kerze anzünden kann, doch das wollte mein Vater nicht (damit wir nicht soviel Arbeit haben). Es gibt nur ein gemeinsames Feld auf dem Friedhof, wo jeder der ein Urnenfach hat, etwas niederlegen oder hinstellen kann. Ich habe auch zu Hause ein Bild von Beiden stehen mit frischen Blumen und einer Kerze. Manchmal erschreckt es mich, dass ich nicht mehr soviel weinen muss, obwohl sie Beide mir so wahnsinnig fehlen. Der normale Alltag geht einfach weiter und nur wenige fragen noch nach wie es mir eigentlich geht. Ich trage eine Kette mit einem Herz Anhänger, dieser enthält ein kleines bisschen Asche meiner Eltern, ich schaffe es nicht, mal nur einen Tag diese Kette nicht zu tragen.

    Hallo Benni,

    auch von mir mein tiefstes Mitgefühl. Ich kann Dich sehr gut verstehen, dass Du im Moment nicht weisst was Du machen sollst und Dir alles über den Kopf wächst. Mit meinen Eltern war es ähnlich. Wenn sie solange gemeinsame Wege gegangen sind, ist es auch für den zurück gebliebenen Partner sehr schwer den Weg alleine weiter zu gehen . Man ist so hilflos, obwohl man versucht alles menschenmögliche zu tun. Es bleibt keine Zeit, um zu trauern aber irgendwann holt es Dich ein.

    Ich arbeite ehrenamtlich im Hospiz und dort ist es so, dass den Leuten jeder Wunsch erfüllt wird sei es das Rauchen, oder mal nen Schnaps zu trinken und wenn sie nichts essen und trinken möchten, dann auch das. Ich weiß das dies schwer zu verstehen ist. Ich wünsche Dir für die nächste Zeit viel Kraft

    Liebe Grüße

    Angel

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit. Ich kann mir vorstellen, wie Du dich fühlst. Eine ähnliche Situation habe ich auch durchlebt ( vielleicht hast Du es ja gelesen). Ich arbeite seit drei Jahren ehrenamtlich im ambulanten Hospizdienst und fahre zu Leuten nach Hause um für sie bzw. den Angehörigen zur Seite zu stehen. Wie Elliot schon geschrieben hat, jemanden zu Hause zu pflegen ist nicht einfach. Das Hospiz ist für den letzten Lebensweg , wenn man es so sagen darf, wirklich eine Bereicherung für beide Seiten. Dein Vater, da bin ich mir sicher, wird sich dort wohl fühlen und auch Du weisst er ist optimal versorgt. Es ist immer jemand für ihn da und man wird versuchen ihm die letzte Lebensphase so angenehm wie möglich zu gestalten. Das deine Gefühle z. Zt. Achterbahn fahren ist verständlich, man hat soviel Gedanken im Kopf. Was ist richtig oder falsch? Wie soll es weitergehen? Warum ich und und und. Irgendwie schafft man alles zu bewältigen aber wichtig ist , dass man redet oder auch schreibt. Versucht auf sich zu achten. Denn eines ist sicher, die schönen gemeinsamen Erinnerungen kann einem niemand nehmen. Ich wünsche Dir für die nächste Zeit, dass Du Leute hast die in dieser schweren Zeit an deiner Seite stehen.

    Es tut so gut sich alles von der Seele zu schreiben DANKE. Ich habe auch zu Hause angefangen alles aufzuschreiben. Nicht jeder kann oder möchte sich mit dem Thema Tod auseinander setzen für viele ist es ein Tabu Thema. Ich versuche langsam wieder in den Alltag zurück zu kehren aber es gibt immer wieder Augenblicke die wahnsinnig schmerzen und sie mir so unendlich fehlen. Dann denke ich oft, wie können alle anderen so tun als würde das Leben ganz normal weiter gehen, als sei nichts passiert? Keiner merkt das es mir nicht gut geht oder fragt mich, wie es mir geht? Aber das ist der Lauf des Lebens oder? Ich hoffe das es irgendwann nicht mehr so weh tut.

    Ich weiß gar nicht wieviel mein Vater in den letzten Tagen vor seinem Tod noch mitbekommen hat. Teilweise hat er auf Ansprachen nicht reagiert,dann wieder wohl hat kaum noch was gegessen und getrunken. Zumindest war er so gut mit Medikamenten eingestellt das er keine Schmerzen ertragen musste. Als er sich noch äussern konnte, hatte er darum gebeten egal was kommt auf keinen Fall mehr ins Krankenhaus zu müssen und keine Schmerzen . Lange Zeit hatte ich immer wieder Bilder vor Augen von ihm. Die letzten Tage im Krankenhaus war er oft sehr abwesend, zwischendurch hat er uns beschimpft und gesagt wir sollten ihn aus dem Krankenhaus holen das wäre alles nur gespielt es wären auch keine richtigen Schwestern und Pfleger. Mein Bruder ist Polizist,er sagte er könnte ihn doch wohl daraus holen und und und. All das hat uns nervlich wahnsinnig mitgenommen,da er auch zwischendurch auch sehr sehr böse war. Aber ich glaube das auch die Hirnmetastasen ihres zu diesem Verhalten beitrugen, dass war nicht mehr der ausgeglichene, ruhige und liebevoller Papa von früher. Und irgendwie blieb die Trau er um meine Mutter im Hintergrund.

    Nach der Beerdigung mussten wir dann noch das Haus meiner Eltern leer räumen, was ein wirklich schwerer Kraftakt war unsere ganze Kindheit wurde weggeräumt (so habe ich es zumindest empfunden). Nun haben wir soweit alles erledigt und jetzt geht nichts mehr. Bin seid vier Wochen krank geschrieben habe nur noch geweint. Ich hatte gedacht die Arbeit tut mir gut und lenkt mich ab aber so war es auf einmal nicht mehr. Allein schon wenn ich einen Krankenwagen hörte brach ich in Tränen aus.

    Nun wird es langsam etwas besser war bei einer Psychologin, führe Gespräche mit einer Seelsorgerin und habe Freunde die mich auffangen. Ich hätte nicht gedacht das es mich Wochen später noch so aus der Bahn wirft.

    Nach der Beerdigung verschlechterte sich der Gesundheitszustand meines Vaters drastisch. Er wollte auch seber nicht mehr. Zweimal wurden wir in der Zeit ,wo er im Krankenhaus lag, angerufen das mein Vater die Nacht nicht schaffen würde. Mein Bruder und ich haben Stunden an seinem Bett gesessen. Jedesmal kam er nicht zur Ruhe und konnte noch nicht gehen. Dann bekamen wir die Diagnose Hirnmetastasen und das er den Jahreswechsel nicht schaffen würde. Darf man sagen, dass mein Bruder und ich uns wünschten das er nicht leiden muss und in Ruhe einschläft? Er sollte entlassen werden, doch wir fanden so schnell keinen Hospizplatz. So sprachen wir mit dem Pflegeheim, wo wir zum Glück nach dem Tod meiner Mutter sehr schnell einen Platz bekamen und dort war es kein Problem, dass er als Palliativ Patient aufgenommen wurde. Er war glücklich quasi nochmal zurück in seinen Heimatort zu kommen und ich sage immer er hatte sich noch ein paar Ziele gesetzt. Besuch eines Nachbarn, Versöhnung mit seinem Bruder und das streicheln des Hundes meines Bruders. Er wurde zusätzlich mit dem SAPV Netz versorgt, was sehr gut war. Im Pflegeheim war er dann sechs Tage, ständig war jemand bei ihm und dann ist er eingeschlafen und niemand war da. Ich weiß das sich die Sterbenden oft Momente aussuchen, wo sie alleine sind aber das tat mir sehr weh. Vor allem weil ich an dem Tag vorher auch nicht bei ihm war, ich brauchte eine Auszeit um neue Kraft zu tanken und dann das.

    Danke für die lieben Worte, es tut gut zu wissen das jemand da ist und man sein Herz ausschütten kann.

    Als meine Mutter gestorben war hst mein Vater auch den Lebensmut verloren. Zu seiner Lungenerkrankung kamen auch noch Hirnmetastasen hinzu. Das schlimmste war das mein Vater sich nicht von meiner Mutter verabschieden komnte, sein Gesundheitszustand hatte sich sehr schnell verschlechtert. So bat er mich zur Leichenhalle zu fahren und Fotos zu machen, was ich dann für ihn getan habe. Dann kam die Beerdigung auch da durften wir ihn nicht mitnehmen. So bin ich mit der Urne meiner Mutter zu ihm ins Krankenhaus gefahren, wo wir in der Kapelle (mein Vater im Bett) im engsten Familienkreis mit einem Pfarrer meine Mutter verabschiedet haben. Danach sind wir dann wieder mit der Urne zum Friedhof gefahren zur Trauerfeier. In dieser Zeit war ein Krankenhaus Seelsorger bei meinem Vater. In der nächsten Tagen wechselten mein Bruder und ich und uns ab, damit mein Vater nicht alleine war. Ich funktionierte einfach nur noch.