Beiträge von tochter01

    Danke elli,


    heute ist mir tatsächlich zum Reden. Eine Freundin hat grad einen lieben Menschen verloren - nicht nur, dass ich nicht wirklich helfen kann, kommt bei mir wieder alles hoch..... es ist einfach zum Heulen. Außerdem ist es jetzt ziemlich genau ein Jahr her, dass Papa gestorben ist und diese Jahreszeit tut mir nicht gut - sie lässt zusätzlich noch Erinnerungen hochkommen - irgendwie stehe ich ständig unter "Trauer-Strom".........


    Wenn du unseren Seelsorger kennen würdest, wüsstest du, warum ich nicht mit ihm reden kann ;-)


    Ja, wir hatten eine Gedenkmesse für Papa - die ganze Familie war da.


    Dass ich hier keine Trauergruppe habe, ist eigentlich nicht weiter schlimm. Innerhalb der Familie ist es mir wirklich ein Bedürfnis, meine Trauer IN mir wie einen Schatz zu hüten und wenn es mich wirklich zwickt, so wie heute, dann schreibe ich hier ein paar Zeilen. Dieses Sich-schriftlich-Ausdrücken tut mir gut.


    Kennst du das, dass man gegenüber der eigenen Familie nicht so gut trauern kann???? Sie steht mir einfach zu nahe, ist selber mit Trauern beschäftigt...... ich möchte nicht, dass wir uns gegenseitig diesbezüglich hochschaukeln.....


    Danke dir für's Zuhören - entschuldige bitte, dass ich heute so fies drauf bin......

    schade'ich hatte nicht erwartet das hier so gar keine Resonanz zu finden ist. Ihr wart mein erster Versuch, irgendwie Hilfe zu finden. Ich finde es etwas frustrierend. Bitte löscht mich wieder. Ich möchte nicht noch mehr von mir preis geben, wenn ich das Gefühl habe, das es niemand interessiert.
    Trotzdem wünsche ich allen die ja genau so hart getroffen sind, alles erdenklich gute, und irgendwann einfach wieder bessere Zeiten

    Liebe Sylke,


    manchmal dauert es hier ein bisserl, bis Antwort kommt. Zieh dich nicht aus diesem Forum zurück!


    Ich würde gerne hören wie es dir geht? Melden sich deine Kinder öfters bei dir?


    Liebe Grüße!

    Hallo,


    am Freitag hatte Papa den ersten Sterbetag. Es ist genauso schmerzhaft wie damals....


    Nein, ich habe keine Trauergruppe besucht - ich habe hier nichts in der Nähe. Meine Trauer ist in mir drinnen.... nach außen lächelt man, auch wenn einem nicht danach ist. Schwiegervater hat zur selben Zeit wie Papas Sterbetag Geburtstag. Für mich irre schmerzlich zu sehen, wie die Familie meines Mannes mit dem Vater feiert, während ich angesichts des Jahrestages wieder zu kämpfen habe.


    Aber ich will mich nicht beklagen. Ich habe manchmal Gelegenheit mich zurückzuziehen und zu trauern und auch mal Tränen fließen zu lassen.


    Viel Kraft euch allen und liebe Grüße!

    Liebes Märzenkind,


    :) Danke, für dein Mitgefühl, für deine Geschichte, dafür, dass ich mit diesem Schmerz auch nicht alleine bin......


    Mir geht es grad so mit Muttertag. Voriges Jahr fiel er ins Wasser, weil Papa zu dieser Zeit gerade so lange im Krankenhaus war. Weißt du, wo ich Papa so stark spüre? Immer dann, wenn es um Mama geht: ich spüre richtig den Auftrag, mich um sie vermehrt zu kümmern. Ich glaube, er hat es auch einmal so ausgesprochen - er hat es auf jeden Fall immer so gelebt - alles für die Mama, auch wenn ihm einmal etwas passiert sein sollte...... ich bin ihm so ähnlich :rolleyes:


    Du hast Recht - wer diesen Schmerz, ein Elternteil verloren zu haben, selber noch nicht gespürt hat, der kann es nicht nachvollziehen.... mein Sohn ist bei der Nachricht schreiend, um sich schlagend zusammengebrochen......dann auch noch SEIN Schmerz....... ich habe versucht ihn zu trösten mit der Vorstellung, dass, wenn immer wir an ihn denken, seine Seele im Himmel zu leuchten anfängt...... kindisch, hä? Aber diese Vorstellung gönn' ich mir :rolleyes: Ein bisserl Kindheit muss ich mir bewahren :D


    Sei auch von mir fest um-ärmelt !!!!!

    Hallo,


    zunächst einmal mein Mitgefühl.


    Meine Papa starb vor einem halben Jahr und ich war ebenfalls dabei - auch im Krankenhaus. Die Sache mit den Bildern im Kopf kenne ich nur zu gut. Wenn sie hochkommen, ist der Schmerz kaum auszuhalten. ;( Doch ich versuche dankbar zu sein, dass ich mich verabschieden konnte - ihn begleiten konnte. Dass er nicht alleine war. Ich habe vorher auch noch niemanden sterben sehen.


    Hab' keine Angst. Zur Frage, ob es "besser" wird: ich glaube, das kann man nicht einfach mit JA beantworten, denn es mag sein, dass dieser Schmerz für immer bleiben wird. Aber ich bin überzeugt, dass wir damit leben lernen - dass es irgendwann so sein wird, dass die Erinnerungen an schöne Momente aus deiner Kindheit, diese Erinnerungen an sein Sterben überwiegen werden. Ich "krame" oft in meiner "zerebralen Erinnerungskiste" und suche mir fast vergessene Erinnerungen hervor.....


    Ich spreche eigentlich mit niemanden drüber - innerhalb der Familie nicht, weil ich nicht Auslöser für schmerzhafte Momente bei meiner Familie sein will. Und außerhalb der Familie auch nicht, weil ich bereits nach 6 Wochen zu hören bekam, dass meine Trauer nichts Außergewöhnliches sei, weil jeder Mensch um irgendetwas trauere - also Unverständnis bis zum geht nicht mehr...... deshalb finde ich ein solches Trauerforum wirklich gut!!!!!


    Verzweifle nicht! Dein Papa ist immer bei dir!


    Ganz liebe Grüße :)

    Liebe mavie,
    danke auch dir für deine Worte.
    Dass deine Mutter deine potentiellen Kinder nicht kennenlernen wird, würde ich SO nicht sagen. Ich stelle mir gerne vor, dass unsere lieben Verstorbenen "da oben" gemütlich sitzen und gelegentlich einen Blick auf uns werfen ;-))))) Entschuldige bitte diese kindliche Betrachtungsweise, aber so trage ich meinen Papa momentan mit mir herum......
    Du brauchst keine Tipps wenn du mal Kinder hast - du hast die Erziehung deiner Mutter hautnah miterlebt - du wirst dich an viele Momente erinnern, die DU mit deiner Mutter erlebt hast, wenn du dein Kind ansiehst. Und du wirst wissen, was zu tun ist. Keine Sorge diesbezüglich.


    Es scheint gerade die Sonne so schön herein, Gott sei Dank kommt der Frühling!
    Liebe Grüße an alle!

    Ich habe es bis jetzt nicht geschrieben - weiß selber nicht warum, aber noch etwas Anderes geht mir nicht aus dem Kopf: der Moment als ich es meinem Sohn erzählte. Er ist schreiend, um sich schlagend in meinen Armen zusammengebrochen. Da ist nicht nur MEIN Schmerz, sondern auch SEINER. Es geht ihm jetzt wieder gut, doch dieser Moment zerreißt mir heute noch das Herz, wenn ich daran denke.
    Außerdem ist Familie nicht wirklich hilfreich bei der Trauerverarbeitung - jeder hat seinen eigenen Schmerz und seine eigene Trauer - man kann dem anderen nicht helfen, im Gegenteil, man will die Familie nicht noch belasten. Hinzu kommt jetzt auch noch die Angst, dass ich ein weiteres Familienmitglied verliere, was sich ja sicher nicht vermeiden lassen wird....... seufz.
    Ich überlege mir schon eine Trauergruppe zu besuchen oder etwas Ähnliches, doch hier gibt es eigentlich nichts. In ganz Wien nur ein Trauercafe - fast unglaublich.......


    struppi1 : das glaube ich auch, dass die Zeit nicht wirklich Wunden heilt. Doch ich hoffe, dass die Zeit mich bzw. UNS lehrt, damit umzugehen, SO dass es uns gut damit geht......

    Liebe w44,
    mir sind grad die Tränen in die Augen gestiegen....
    Deine Geschichte zu lesen und zu erfahren, dass man bzw. frau ;-)))) die Stärke haben kann, mehrmals durch solche schwierigen Zeiten zu gehen, tröstet mich und gibt Kraft. Zu all den immer wieder einschießenden Bildern kommt natürlich auch die Angst, dass ich es kein zweites Mal schaffen würde. Du hast Recht, auch ich erlebe diese Bilder zunehmend aus der Sicht eines Dritten - ich sehe mich selbst in der Situation von außen sozusagen.


    Ich möchte dir auch mein herzliches Mitgefühl für deine schweren Verluste ausdrücken!


    Erst jetzt wieder musste ich das Unverständnis sehr guter Freundinnen erleben - es verletzt jedesmal.
    Doch, z.B. der Austausch hier im Forum und auch dein mail - sie helfen. Hier finden sich Menschen zusammen, die drüber schreiben und lesen, sich damit auseinander setzen. Das Forum und meine Familie - mit ihnen tausche ich mich jetzt aus. Gegenüber allen anderen schweige ich mittlerweile.
    Ich danke dir ganz herzlich, dass du mir deine Geschichte erzählt hast und dir die Zeit genommen hast,
    liebe Grüße!

    für eure tröstenden Worte. Ja Karin, ich hoffe, dass die Zeit für mich arbeitet und Gast1974 hat mir einen geholfen, diese Bilder aus einem neuen Blickwinkel zu sehen. Es tut gut hier zu schreiben - in meinem nicht-virtuellen Umfeld bekam ich derart viele, dumme, verletzende Bemerkungen, dass ich mich nichts mehr sagen traute.....


    Danke euch!

    kriegt man diese Bilder aus dem Kopf. Ich war bei Papa als er starb - daneben sitzen und zusehen - ihn gehen lassen, ihn verabschieden. Ich weiß, ich sollte dankbar dafür sein - das sagt mein Verstand. Wie viele hatten keine Gelegenheit, sich zu verabschieden. Doch mein Gefühl spürt diese Dankbarkeit (noch) nicht. Papa war nicht mehr ansprechbar. Ich konnte nur bei ihm sein. Der Schmerz ist unbeschreiblich.........