Überraschender Tod meiner Mama

  • Hallo,


    ich (40) bin ganz neu hier, weiss noch gar nicht, wie das hier richtig funktioniert...
    aber
    ich freue mich, daß es es die möglichkeit gibt, sich hier mit anderen
    auszutauschen, die auch ihre trauer bewältigen wollen/müssen.


    ende oktober fand ich überraschend meine mama (69) tot in ihrer wohnung.
    sie
    war bis dato fit u gesund, hatte sich aber in den letzten tagen auf
    einmal schlecht gefühlt, tippte auf eine
    magenverstimmung. daher ging sie auch "nur" zum prakt.arzt, der tropfen
    etc verschrieb.


    sie war generell immer schwer tel zu erreichen,
    trotz handy - nun, da ihr so schlecht war, sowieso - und als ich übers
    weekend mit meiner schwester nach london flog u sie wieder nicht
    erreichte, machte ich mir noch keine grossen gedanken.
    montags, nach
    meiner rückkehr, hob sie wieder nicht ab, ich habe aber an nichts böses
    gedacht, sondern wollte ihr die ruhe gönnen, die sie brauchte - am Di
    schaute ich dann aber bei ihr vorbei - sie öffnete nicht, nachbarn
    hatten sie auch seit tagen nicht gesehen, da lag auch werbung vor der
    tür - jetzt wurd mir mulmig u mit hilfe eines schlossers liess ich die
    tür öffnen (das dauerte erstmal 1,5 stunden, bis ich einen schlosser
    fand, der bereit war, ohne polizei zu öffnen (die polizei wollte nicht
    helfen, nur wenn ich selbst dort wohnte !!! der verdacht, dass ihr wohl was
    passiert sein könnet, REICHTE nicht!) - dann noch
    mal 2 stunden bis der schlosser die sicherheitstür offen hatte...)


    diese
    stunden waren nervenzerfetzend u als ich dann als erste reinging, sah
    ich sie vom vorzimmer auch schon am boden im wohnzimmer
    liegen...alles hatte sich bewahrheitet, was ich in den 3,5 stunden vor ort
    schon mir inzwischen ausgemalt hatte...


    dann nochmal die ganze
    "action" mit amtsarzt, leichenbeschauer, neugierigen nachbarn, die
    gucken, es war echt schlimm...meine beiden schwestern kamen dann
    inzwischen auch u wir konnten gar nicht glauben was da grade alles
    passiert...


    anstatt sie einfach nur zu besuchen, musste ich mir
    nun details zur beerdigungsvorbereitung anhören...die amtsärztin bestand auf einer obduktino, weil mami bis dahin kerngesund gewesen war und die obduktion ergab dann die diagnose "schwielenherz" - narben am herz, viell als folge einer übergangenen verkühlung...


    nun sind 6 monate vergangen u ich knabbere schon noch sehr an unserem verlust.
    mami
    u ich hatten ein gutes verhältnis, aber mit einigen schwierigkeiten -
    trotzdem war sie der elternteil, an dem ich viel mehr hing, denn wir 3
    kids wuchsen nach der scheidung meiner eltern bei ihr auf.


    ich
    kabbere ncoh daran, dass sie so plötzlich, von einem tag auf den
    anderen, ohne vorwarnung, nicht mehr da war...und leider war einiges
    zwischen uns unausgesprochen...
    ich habe natürlich auch noch die bilder im kopf, als ich sie gefunden habe...


    ich möchte gerne meine trauer verarbeiten lernen, weiss aber nicht richtig wie !...
    ich
    habe schon ein paar trauerbücher gelesen, die auch gute ansätze hatten,
    doch würde ich mich freuen wenn ich hier tipps bekäme, wie ihr mit
    eurer trauer umgeht - mit dem plötzlichen verlust eines menschen, zu
    früh, etc


    ich denke nat, wenn das ganze 20 jahre später u unter
    "normalen" umständen,v iell sogar mit der möglichkeit einer
    verabschiedung abgelaufen wäre, müsste man weniger knabbern..doch die
    eigene mama so unerwartet tot in der wohnung zu finden ist
    schon heavy...


    danke u liebe grüsse, petra

  • Liebe Petra,


    das tut mir leid dass deine Mama so plötzlich gehen musste und noch dazu dass du sie gefunden hast, unvorstellbar.


    Hoffentlich verfolgen dich diese Bilder nicht Tag und Nacht.


    Dieses plötzliche aus dem Leben gerissen werden ist nicht zu verstehen, man stellt sich immer so viele Fragen und möchte noch so viel sagen. Es ist aber nie alles ausgesprochen und es ist immer zu früh!


    Ich glaube dein Schreiben hier im Forum ist ein guter Schritt und ein kleiner Teil der Trauerarbeit. Eigentlich kann man keine Ratschläge zur "richtigen" Trauerarbeit geben, da muss jeder für sich einen halbwegs erträglichen Weg finden.


    Ich habe zwei Brüder verloren, sie waren 43 und 53 Jahre alt, beide von heute auf morgen aus dem Leben gerissen, unbegreiflich auf immer und keine Minute vergeht wo man nicht an sie denkt, aber die Zeit hilft einem besser damit unzugehen. Darüber sprechen können ist ganz wichtig. Am schlimmsten war für mich dass ich die Botschaft von ihrem Tod gleich zweimal meiner Mutter( 85 ) bringen musste, es hat mir mein Herz herausgerissen.



    Petra, hast du jemandem mit dem du ganz offen darüber sprechen kannst? Ich spreche auch mit den Bildern meiner Brüder, mir hilft das irgendwie.


    Seit drei Monaten lebt meine Mama, nach einer komplizierten Operation, bei meiner Familie und mir. Sie ist daran zerbrochen und nicht einmal ihr kann ich helfen, so gerne ich das tun möchte.


    Ich glaube Trauer ist etwas so individuelles, dass man da keinen guten Rat geben kann, man kann nur zuhören und unterstützen wo es geht.


    Ich wünsche dir von ganzem Herzen dass du deinen Weg findest und nicht mit diesen Fragen haderst, du kannst ihr auch jetzt noch alles sagen was du gern mit ihr besprochen hättest. Ich glaube dass unsere Lieben um uns sind!!!



    Petra ich umarme dich und wünsche dir viel Kraft


    liebe Grüße Anderl ( Andrea )

  • Liebe Anderl,


    danke für deine herzliche antwort -ich weiss deine mühe wirklich zu schätzen !


    dein verlust tut mir wirklich leid -ich kann mir das nur schwer vorstellen, wie es gewesen sein muss deiner mama diese schlimmste aller nachrichten, gleich zweimal, zu überbringen - und dabei selbst auch mit dem verlust fertig zu werden, dass deine brüder viel zu jung aus deinem leben gerissen wurden



    ja, was die "trauerarbeit" angeht -klar, dafür gibts kein rezept, ich dachte nur, viell haben hier einige schon erfahrungen, was ihnen geholfen hat.


    zb, dass du eben mit den bildern deiner brüder sprichst, ist so eine erfahrung...ich selbst tu mir zb schwer damit, jetzt mit ihr zu "reden", auch wenn ich daran glaube, dass menschen nach ihrem tod weiterleben.
    aber ich dachte mir neulich, viell sollte ich ihr briefe schreiben um ihr noch einiges zu sagen...


    ja, ich habe schon wirklich liebe menschen um mich rum, die mich unterstützen...meine beiden schwestern sind ja in der gleichen situation u wir reden auch ab u zu darüber...das hilft auch, weil wir uns ja vieles nicht gross "erklären" müssen, weil wir ja alle über alles bescheid wissen...


    trotzdem ticken wir nat nicht alle ganzgleich u was dem einen hilft, bringt dem anderen nichts etc. - u daher eben meine bitte an euch um eure erfahrungen was euch hilft/geholfen hat.:)


    nochmals danke für deine lieben worte - ich wünsche dir auch weiterhin vieeel kraft u viele schöne erinnerungen,von denen du zehren kannst...


    liebe grüsse,
    petra:)

  • Liebe Petra,


    danke für deine einfühlsamen Worte.



    Hat deine Mama Orte oder Plätze gehabt wo sie sich gerne aufgehalten hat, oder sich wohl fühlte. Ich gehe viel in die Natur, meine beiden Brüder liebten sie, ganz besonders die Berge. Da fühle ich mich ihnen ganz besonders nahe.


    Deine Idee einen Brief zu schreiben ist sicher gut und richtig, du könntest ihn dann an ihrem Lieblingplatz vergraben z.B.


    Ich zünde auch jeden Abend bei den Bildern meiner Lieben Kerzen an, das ist inzwischen zu einem richtigen Ritual geworden.



    Am Friedhof finde ich eigentlich keine Verbindung, das bedeutet mir nicht viel.



    Ich habe auch ganz persönliche Gegenstände meiner Brüder die ich manchmal in die Hand nehme und ihnen verbunden bin.


    Viele Trauernde berichten auch über den Besuch bei einem Medium, das eine Verbindung zu Verstorbenen herstellen kann und sogar Fragen beantworten lässt. Daran kann ich aber nicht glauben, für mich ist das eigentlich reine Geldmacherei mit der Verzweiflung trauernder Menschen.



    Für mich ist dieses Forum auch sehr hilfreich, es gibt hier so viele Menschen die sehr viel mitgemacht haben und man ist eigentlich nie allein mit seinen Gedanken und Sehnsüchten.


    Die Zeit hilft auch diese Wunden zu heilen, freilich bleiben Narben, aber das ist auch richtig so, das alles prägt uns und macht uns stärker. Mich persönlich hat das alles sehr verändert, was mich schon stört, aber nicht zu ändern ist.



    Also Petra ich wünsche dir viele kleine Schritte die dir helfen und womit du deinen Frieden findest.



    Alles Liebe für dich Anderl

  • liebe Anderl,





    danke für deine liebe nachrichtJ



    und ja, da haben wir
    was gemeinsam – am friedhof kann ich eigtl keine „verbindung“ spüren..das war
    für mich noch nie ein ort der verbindung, weil ich mich dort einfach nicht „wohl“
    fühle…





    danke auch für deine anderen tips – es gibt natürlich orte,
    an denen mami gerne war in wien und da werde ich mich sicher verbundener fühlen
    als am friedhof…das mit dem brief möchte ich auf jeden fall „probieren“, denn
    ich habe das gefühl, das täte mir gut…J



    hier zu schreiben finde ich auch gut, weil eigtl nur
    diejenigen richtig nachvollziehen können, wie es einem geht, die selbst schon
    einmal getrauert haben…



    nochmals ein dickes
    danke für deine tips u erfahrungen,



    ich weiss das echt zu schätzen !!





    dickes dankeJ

  • hallo,


    mein name ist christine und ich bin auch ganz neu hier, kenne mich nicht aus:



    Mein vater ist vor einigen jahren ueberraschend gestorben - und ich kann das nur ahnen...



    niemand sagt mir irgendetwas... ich habe nur so ein gefuehl dafuer und schlimme schmerzen damit..


    ich gehe davon aus, dass er sich zuletzt sehr an mir festhielt und viel an mich gedacht hat..



    er lag 40 jahre lang mit einem alkoholdelirium im bett und traeumte von seiner grossen zeit: als junger mann spielte er fussball und boxte...


    dann wurde er grundsaetzlichin gewaltdelikten strafbar (die gewalt beim boxen hat ihn verrueckt gemacht) und landete im gefaengnis fuer viele jahre.


    danach fuehrte er ein kleines leben als handwerker.



    ich habe die letzten 10 jahre all das psychiatrisch/psycholigsch verarbeitet und nun keine lust mehr dazu.



    ich habe mein leben noch vor mir und einen beruf.



    ich war in einer familienberatungsstelle und bei der kirche, auch in einer angehoerigengruppe und alle sagen, ich brauche mich nicht um ihn zu kuemmern.



    auch brauche ich mich nicht von streitsuechtigen Braunen Missbraeuchlerinen erpressen zu lassen, von Zurueckgebliebenen, die dann ploetzlich einen hoeher waeren, diesem ganzen halbseidenen milieu usw.



    Danke fuers Lesen,




    christine patschull:sleeping:

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