Mama wo bist du?

  • Hallo Zusammen,

    Ich weiss nicht, wie ich beginnen soll, aber ich muss etwas tun, um mir mein Schmerz von der Seele zu reden. Meine Sehnsucht nach meiner Mama schnürt mir regelrecht die Luft ab und mein Herzschmerz frisst mich von innen auf.

    Ich suche einen Weg um meine tiefe Trauer um meine Mutter zu bewältigen und somit werde ich nun meine Trauergeschichte niederschreiben, in der Hoffnung ein Teil loslassen zu können und mit Mitmenschen mein Leid vielleicht ein wenig Teilen und Stillen zu können.


    25.06.2019


    Ich, 21 und mein Freund, 21 hatten einen schönen Nachmittag zusammen verbracht, gegen Abend ging mein Vater und mein Bruder in ein Restaurant etwas Essen und meine Mutter hat etwas kleines aber Feines für uns Drei noch was Gekocht. Wie haben zusammen gelacht bei einer Serie die im TV kam und sie Lackierte sich die Nägel noch. Ahnungslos gingen wir um ca. 20 Uhr ins Bett, da wir beide zu einer Frühschicht aufstehen mussten. Mein Freund musste um 03:30 aufstehen und ich um 04:30.


    Wir beide bemerkten, dass der TV meiner Mutter noch lief, aber wollten ihn nicht abstellen, wir wollten Sie nicht wecken da sie einen sehr leichten Schlaf hat.

    Ich war bereits am Arbeiten als ich um 06:00 ca gesehen habe, dass mein Bruder mir mehrmals probiert hat anzurufen. Ich dachte mir nichts dabei und rief zurück. Dieses Telefonat, geht mir nicht mehr aus dem Kopf. „Mama ist heute Nacht gestorben“ - aus mir kam nur noch das Wort „NEIN“ ich bin zum Bodengesunken, mit der Hoffnung, dass dies nur ein Versehen war und stattdessen meine Grossmutter von uns ging. Ich habe sofort meiner Arbeitgeberin angerufen damit Sie mich ablöst und mein Freund direkt danach, weil ich nicht in der Lage war, mein Auto zu fahren.


    Auf dem Weg nach Hause wurde mir bewusst, es ist kein Versehen, denn das Auto des Notarztes und mehrere Polizeiautos waren bei unserem Haus. Zuhause angekommen, sah ich jede Menge Personen, Sanitäter, Notarzt, Polizei, Kriminalpolizei, Bestatter und Natürlich meine Familie, unten war der Mann meiner Schwester, welcher mich direkt in die Arme nahm und mein Vater, der vor Schock kein Wort mehr raus brachte. Mein Bruder mit Tränen in den Augen und eine Mimik, welche ich zuvor noch nie gesehen habe.


    Ich ging die Treppe hoch und sah meine Mama im Bett liegen, als würde sie schlafen in einer bequemen Position.. meine Schwester kniete neben Ihr mit gesenktem Blick. Sie war so kalt, so leblos nicht mehr meine Mama. Ich wollte es nicht wahr haben.

    Ich konnte es nicht verstehen, die Polizisten und der Notarzt klärten mich auf, dass es sehr wahrscheinlich ein Herzinfarkt war, welcher im schlaf auftritt da Sie sich um ca. 01:00 nachts noch Übergeben musste nach Aussage meines Bruders und dass Sie wohl keine Schmerzen hatte. Auf Grund des Alters von nur 55 Jahren und keine vorgehenden Krankheit wurde Gerichtlich eine Obduktion angeordnet um die Todesursache zu ermitteln.


    Damit wir zuhause Leb Wohl sagen konnten, wurde sie gedreht und die Hände gefaltet. Dieser Anblick, hätte ich mir nicht antun sollen, ihr Gesicht war Blau, ihr Körper eingefallen und einfach nicht mehr Sie.


    Eines Ihrer liebsten Oberteile, Pastell Rosa mit Spitze am Ausschnitt und eine knielange Weisse Hose, habe ich Ihr mitgegeben.


    Ihr Letzter Wunsch war es, vor der Kremation noch 7 Tage ihre Ruhe zu haben, da die Seele diese Zeit benötigt um ungeschädigt aus dem Körper zu kommen. Mit einer Spezialbewilligung wurde dies ermöglicht, nur habe ich ein schlechtes Gewissen Ihr gegenüber, da Sie am selben Tag Obduziert wurde und somit Ihre letzte Ruhe gestört wurde.


    Bei der Aufbahrung hatten wir nochmals die Möglichkeit bei einem offenen Sarg abschied zu nehmen, Sie sah irgendwie, unglücklich aus und als ich Sie betrachtete bemerkte ich, dass sie sehr aufgebläht aussah, sehr straffe Haut, welche eigentlich sehr weich durch ihre Gewichtsabnahme von ca. 20 Kilo war. Glücklich war ich damit nicht, aber dafür kann Niemand etwas.


    Durch die Spitze an dem Ausschnitt sah man die zu gemachte Naht von der Obduktion. Diese Tatsache war für mich sehr Schwierig, da ich Ihr dieses Oberteil ausgesucht habe und nicht weiter gedacht habe. Ich habe Ihr einen Ihrer unzähligen Schals passend ausgesucht und umgelegt, damit sie würdevoll ihre Ruhe antreten kann.


    Wir taten alles, um ihre Beerdigung ihr Würdig zu machen und so versuchten wir ihre Lieblings Coverband, welche sie seit mehr als 30 Jahren nachfuhr und dazu ihre Leidenschaft Rock n Roll tanzte, bei der Beerdigung spielen zu lassen. Ein Lied, welches sie Coverten, hat sie mehrmals zuvor als ihr Trauerlied bezeichnet und dass sie dieses auch bei Ihrer Beerdigung haben möchte - Jeder Traum hat ein Ende - Allerdings mussten Sie uns leider absagen, aufgrund einer anderen Buchung. Einen Tag vor der Bestattung wurden wir Benachrichtigt, dass sie gerne zur Trauerfeier ihres Grössten Fans kommen wollen.



    Die Urnenbeisetzung geschah im engsten Rahmen, welcher auch so sehr gross war. Ich als jüngste Tochter, war wie versteinert, Verwandte versuchten mir Aufmunternde Worte beizusteuern aber die Blicke in den Gesichtern, kamen dem Nahe einer Katastrophe. Meiner Grossmutter, Ihre Mama - ein Schock, ein Blick welcher mehr als Tausend Worte sagte. Blicke ihrer Geschwister, wir als Trauerfamilie, mein Vater, welcher kein Satz vollständig beenden konnte.


    Als die Urne in das Grab hinein kam, haben wir Kinder uns jeweils bedankt und uns mit einem Schal von ihr verabschiedet, ein Büschel Fell ihres Seelenhundes leistet ihr Gesellschaft und mein Vater hat die erste Erde verstreut.


    Eine Öffentliche Trauerfeier in der Friedhofskapelle hat nachträglich stattgefunden, ein andrang von Menschen, welche Sie in Ihrem Beruf kennen und lieben gelernt hatten, so vielen, dass nicht alle in der Kapelle Platz fanden. Die Pfarrerin welche die Abdankung hielt, wahr für meine Mama wie geschaffen. Ein Wunderbarer Mensch, so liebevoll und einfühlsam.



    Nun stehe ich hier, ganz alleine. Meine Mama war mein Licht auf dunkeln Wegen, mein Weiser auf schweren Reisen und mein Fels in der Brandung, meine Beste Freundin, mein Ratgeber, meine Löwin die mich vor jedem Übel beschütze und sie war meine Mama!


    Ich weiss nicht wie ich all die Jahre die vor mir stehen ohne Sie bewältigen soll, sie ging viel zu früh von mir!
    die Trauer lässt wohl nach, kommt aber in Schüben ohne wirklichen Trigger umso Heftiger bis hin zum Wunsch bei ihr zu sein. (Keine Suizid-gefahr, aber extreme Sehnsucht nach meiner Mama)

    Auch meine Hündin, welche ihr Seelenhund war, hat schwankenden Appetit und extreme verlustängste entwickelt.

    Mamas Tot lässt mir keine Ruhe, es konnte keine Todesursache festgestellt worden. Es war kein Herzinfarkt o.ä. Mir wurde gesagt, das ein Tod ohne Todesursache nur etwa 1 zu 200 Millionen mal auftritt, jedoch für uns Angehörige nicht realisierbar.


    Ruhe in Frieden Mama - du Tanzt nun im Himmel

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