Vater verstorben an Krebs

  • Hallo,


    bin durch Recherchen auf dieses Forum gestoßen.

    Mein Vater ist am 19.07.19 an Lungenkrebs verstorben .. es gibt Phasen an manchen Tagen wo es mir einigermaßen gut geht. Heute ist wieder ein Tag wo ich sehr an ihn denken muss ..

    Zu meiner Person, ich bin 24 Jahre und fände es schön mich mit anderen auszutauschen die auch, leider, so eine Situation durchmachen müssen :(

    Mir fehlt der Austausch mit Menschen die so etwas erlebt haben, Freunde habe ich nicht viele und wenn dann können sie sich nicht in meine Lage versetzen. Mein Partner ist zwar auch für mich da, aber manchmal denke ich dass er das nicht nachvollziehen kann wie schwierig diese Situation ist.


    seitdem mein Vater nicht mehr da ist, sind viele (positive) Dinge passiert .. manchmal habe ich das Gefühl das er da ist und uns hilft.

    Beispiel: ich sagte zu meiner Kollegin dass ich keine Lust mehr habe hier zu arbeiten. 2 Stunden später bekam ich einen Anruf, indem mir ein Job angeboten worden ist.


    Ich würde mich freuen, wenn jemand sich melden würde.


    Liebe Grüße

    Steffi

  • Liebe Steffi,


    mein Beileid für den Verlust deines Vaters. Wie geht es dir inzwischen?


    Ende Juli haben wir erfahren, dass mein - von mir sehr geliebter - Stiefpapa einen Hirntumor hat.

    Er ist mein Stiefpapa aber zu ihm habe ich eine starke Bindung, mehr als zu meinem leiblichen Vater. Deshalb ist er mein Papa.


    Er kam ins Krankenhaus und dort stellte sich heraus, dass er Lungenkrebs hat mit mehren Metastasen im Gehirn und an der Niere. Er bekommt seit August eine Bestrahlung am Kopf und eine palliative Chemotherapie. Ein Hirntumor konnte entfernt werden, aber da sind noch mehr.


    Es ist schwer, so eine Situation kannten wir vorher nicht. Wir sind seit August in einer Trauerphase obwohl er ja noch da ist, es ist schlimm.

    Durch die Hirntumore hat Papa sich sehr verändert aber es gibt Tage, an denen ist er wir früher, der liebenswerte Kauz. Ich versuche vor ihm und Mama stark zu sein, vermeide vor ihnen zu weinen, gebe mich optimistisch und plane Weihnachten und Geburtstage. Aber sobald ich wieder zu Hause bin oder sonst wo, fange ich an zu weinen. Meine Hoffnung wird von Tag zu Tag weniger. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.

    Ich traue mich nicht, das Thema bei Mama und Papa näher anzusprechen. Auch jetzt kann ich das Wort nicht ansprechen oder schreiben. Auf der Arbeit fange ich plötzlich an zu weinen, versuche irgendwie durch den Tag zu kommen. Die Ärzte geben überhaupt keine Prognose... Monate oder ein Jahr, vielleicht auch nur Wochen. Wir sind Ratlos und verzweifelt.


    Meine Mama muss Tabletten zur Beruhigung nehmen und hat beim Bäcker auch einen Knochenjob, dann noch die Pflege, Hund, Vögel, Haushalt. Ich tu alles um sie irgendwie zu unterstützen. So was wie Schwerbehinderung beantragen und Generalvollmachten erstellen und mit Mama Einkaufen fahren undundund. Papa darf ja kein Auto fahren und Mama fährt kein Auto. Also die ganzen Rennereien noch mit Bus und Bahn, weil ich ja auch nicht immer so frei nehmen kann. Mein Partner ist mir eine Stütze, mit den Kindern (meine Stiefsöhne) haben wir noch nicht gesprochen, wir wissen nicht, wie wir das ansprechen sollen. Den Schmerz verbergen wir vor Ihnen. Wie bringt man es ihnen bei? Sie sind eigentlich alt genug aber ich möchte nicht, dass sie - wie wir - tagtäglich so traurig sind.


    Wiederhole ich mich eigentlich? Ich weiß es nicht, die Tränen laufen und ich kann kaum was lesen gerade. Es kann auch sein, dass mein Text etwas durcheinander ist, dafür entschuldige ich mich. Meine Gedanken rasen und wechseln. Alles nicht gut.


    Jess

  • Hallo Steffi, mein Beileid zu deinem Verlust ich hatte auch einen ähnlichen Schicksalsschlag.


    Ich bin 26 und vor nun fast 3 Jahren hab ich meine Mutter an Lungenkrebs verloren. Sie bekam die Diagnose 9 Monate davor und dann ging es ziemlich schnell bergab.


    Mir gefällt wie positiv du trotz des Verlusts schreibst, leider geht es mir nicht ganz so gut mit dem Verarbeiten.

    Seit dem Tod bin ich in eine starke Depression verfallen aus der ich nun aufgrund regelmäßiger Therapie rauskomme.

    Ich konnte eigentlich nichts mehr tun weil ich mich nur noch zu Hause verkrochen habe aber mittlerweile gehe ich wieder ins Fitnessstudio regelmäßig und treffe mich wieder mit Freunden.


    Ich habe im Gegensatz zu meinem Vater und meiner Schwester die Trauerphase komplett blockiert und konnte nicht mal auf der Beerdigung so richtig weinen. Nun hängt mir das ganze nach weil ich nicht auf das Grab meiner Mutter gehen kann, noch weniger kann ich viel über sie reden oder ihre Fotos betrachten obwohl ich es wirklich gerne würde.


    Ein Elternteil zu verlieren ist echt hart, vor allem wenn man zu diesem Elternteil eine tolle Beziehung hatte und ich habe das Gefühl ich kann über das Geschehene fast nur schreiben, denn darüber zu reden macht es einfach so real, dass es zu weh tut deswegen verkrampfe ich immer wenn das Thema aufkommt und meine Stimme bebt. Als wäre ich ein Kochtopf voller Emotionen der droht überzugehen.


    LG Michi

  • Mein Vater ist auch gestorben... Vor 3 Wochen an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Knapp ein halbes Jahr nach der Diagnose.

    Ich (41) mache mir Sorgen um meine Mutter (64)...

    Alles ist schwer.

  • Hallo Steffi und auch ein herzliches Hallo an alle anderen,

    Erstmal will ich allen die das hier lesen mein Beileid zu ihrem Verlust aussprechen. Ich weiß selbst wie es ist, wenn man einen geliebten Menschen verliert. 2011 als ich gerade erst mal 12 Jahre alt war verstarb mein Vater an einem Hirntumor. Seitdem hat sich sehr viel geändert. So wie dir ging es mir ganz gleich zu beginn. Ich konnte ebenfalls nicht wirklich bei der Beerdigung weinen und das lag nicht daran, dass ich zu jung war um es wirklich zu verstehen, sondern weil ich das Gefühl hatte stark sein zu müssen vor meiner Mutter und meinen jüngeren Geschwistern. Ich kann dir nicht versprechen, dass der Schmerz vollkommen vergeht, aber ich kann dir sagen dass es mit der Zeit leichter wird. Ich bin jetzt 20 Jahre alt und denke immer noch jeden Tag an ihn, doch mit zunemenden Jahren vergeht der Schmerz immer ein klein wenig. Natürlich gibt es auch Tage wie heute, indenen ich wie aus dem nichts anfange zu weinen und das große Bedürfniss verspüre mir alte Bilder von ihm anzusehen. Doch zum Glück hält dann diese Traurerphase nicht allzu lang und es wird wieder besser. Versuche so schwer es auch klingen mag, dass Positibe zu sehen. Er ist zwar gestoeben, aber wenigstens wurde er von seinem Leiden erlöst.


    Ps. Falls du reden möchtest dann kannst du mir gern eine Nachricht senden.


    Lg Viola

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