Mutter tot und tausend probleme

  • Hallo,



    ich bin jaco weiblich und 15 jahre alt. Ich habe momentan irgendwie unglaublich viele Probleme.



    1. meine Mutter ist vor ungefähr drei Wochen gestorben. Sie erkrankte das erste Mal vor drei Jahren an Krebs, wurde dann geheilt und dann hatten wir erst mal ein Jahr Pause. Letzten Herbst hatte sie dann das zweite Mal an Krebs. Die Krankheit entwickelte sich schnell, die Therapie half nicht und so befand sie sich seit April diesen Jahres zunächst auf der Palliativstation und die letzten Monate beziehungsweise Wochen im Hospiz. Das war eine schwierige Zeit, zumal meine Mutter auch zeitweise Tumor und Chemotherapie sowie Schmerzmittel bedingt nicht in einer guten Stimmung teilweise sogar nicht sie selbst bzw eben sediert war. Das hat vor allem bei meinem Vater dazu geführt, dass er erst recht wütend war und viele aufgestaute dinge der letzten jahre hochkamen. Meine eltern haben viele Probleme nie besprochen einfach weil zu wenig zeit und zu viel Arbeit immer war. Das kam dann alles hoch. Leider haben beide eine zeit lang viel mir erzählt und jetzt habe ich das Gefühl einfach zu viel zu wissen was auch mich teils hetzt belastet, weil ich das Gefühl habe meine welt also meine Familie wurde mir teilweise winfach nur vorgespielt bzw meine eltern haben es sich auch selber vorhespielt. Mein vater war in ihrer letzten zeit sehr unfair zu meiner Mutter. Bei mir hat er oft dinge gesagt wie „sie hat mich jetzt seit 15 jahren terroisoert“ oder „wenn sie gesund wäre würde ich mich scheiden lassen“. Er hat zu meiner Mutter auch gesagt, (sie wollte eigentlich pflegebetreut nach hause kommen für ihre letzte zeit bzw sie war immer der meinung noch länger leben zu können) dass wenn sie nach hause kommt er ausziehen würde und wenn sie die kinder also mich und meinen kleinen Bruder nicht vor die wahl stellen möchte wo wir wohnen wollen also bei wem dann solle sie ins Hospiz gehen. Das hat sie dann auch. Für meinen bruder und mich. Im Endeffekt hat es ihr dort dann auch sehe gut gefallen und sie war froh dort zu sein und hatte glaube ich eine schöne letzte zeit dort.



    Als meine Mutter noch auf der Palliativstation war, war sie einmal sie einmal sediert. Da meinte sie zu mir ich solle mich von meinem vater fernhalten und wenn ich so denken würde wie er wolle sie mich nicht mehr sehen. Daran hat sie sich auch später nicht mehr erinnert, meine Mutter war ein sehr fröhlicher und empathischer mensch. Für sie gab es immer etwss positives und das glas war immer halb voll und nicht halb leer. Mein vater ist sehr bemüht eine gute Beziehung zu uns aufzubauen. Er hat immer sehr viel gearbeitet da blieb nicht viel zeit für uns aber er ist sehr bemüht es zu ändern und es hat sich auch schon viel getan. Mein vater kann nicht gut Gefühle zeigen, liect vermutlich an seine eigenen sehr schweren Kindheit. Seine Mutter hat sich umgebracht als er sieben war, darüber wurde aber nie wirklich gesprochen, sein Vater hat einfach darüber geschwiegen und es wurde einfach weitergemacht. So ist es schwierig für ihn jetzt für uns auf emotionaler ebene da zu sein aber auch da bemüht er sich sehr. Leider reder mein bruder auch nicht gerne über seine Gefühle und so wird nicht wirklich gemeinsam getrauert bei uns. Jeder trauert eher für sich alleine. Was für mich auch so schwierig war, war das meine Oma oft mit mir über ihre eigenen ängste und Probleme geredet hat, das hat mich bzw belastet mich zusätzlich aber ich will auf keinen fall ihr das sagen denn dann redet sie mit keinem mehr wahrscheinlich, meine mutter war ihr einziges kind von ihrem mann hat sie sich früh getrennt, sie hat auch jeglichen Kontakt von ihm mit meiner mutter untersagt so weiss ich auch nur dass er tot ist. Das war für meine mutter auch sehe schwer in ihrer KIndheit. Mein bruder ist 13, wie ich erwähnte redet er nicht gerne abee in den ferien hat er mir erzählt ä, da hat er mal vor mir geweint, dass er einfach nicht mehr leben möchte weil es keinen sinn macjen würde und er meinte er hätte sich auxh schon mal näher darüber informiert. Da hat meine mutter aber noch gelebt. Jetzt habe ich ihn vor ein paar Tagen noch mal drauf angesprochen, er meinte er wolle sich nicht mehr umbringen. Aber ich weiß nicht, ob er mir da die Wahrheit sagt und ich weiss auch einfach nicht was ich machen soll. Eigentlich wollte ichAnfang September mein Auslandsjahr in Kanada starten. Das haben wir noch viel gemeinsam mit meiner Mutter geplant. Das habe ich jetzt aber erst mal verschoben. Ich würde es sehr gerne machen, und es ist auch möglich, aber ich weiß nicht ob ich es machen sollte wegen meinem Bruder auch. Ich selber habe manchmal einfach das Gefühl, dass ich meine Trauer verdränge, und manchmal kommt sie dann doch, aber ich kann meine Emotionen nicht gut vor anderen Leuten zeigen. Und ich werde leider teilweise sehr aggressiv wenn ich innerlich traurig bin. Ich sage dann nichts meistens aber ich spüre eine grosse wut dann oft. Vor allem auf meinen Vater habe ich die letzten Wochen sehr viel Wut verspürt. Die ist dann leider doch manchmal in verbalen ausdrücken herausgekommen. Ich weiß, dass es ihm sehr leid tut und er sagt es mir auch oft, aber keine Ahnung. Ich weiß nicht, ob ich die Wut nur verdrängen und mir Vorspiele, dass alles gut wäre oder ob sie noch da ist. Ich bin einfach echt fertig innerlich aber äusserlich mache ich trotzdem die ganze zeit weiter als wäre alles ok und kann es mir selbst auch Vorspielen eigentlich aber momentan arbeite ich daran traurig zu sein und das ist auch gut so glaube ich



    2. Keine Ahnung aber manchmal wenn ich sehr wütend bin schlage ich mich selbst ich will das eigentlich gar nicht es passiert dann einfach. Ich hatte das schon mal als ich kleiner war und war da auch in therapie aber jetzt habe ich wirklich angst weil ich wenn ich sehr traurig bin was nicht so oft vorkommt weil ich es ja meistens verdränge auch manchmal sehr wütend werde und wenn ich mich schlage geht es mir irgendwie besser



    3. Meine mutter fehlt mir so sehr mit ihr konnte man immer über alles reden da wir zu meinem vater lange keine enge Verbindung hatten und er auch kein emotionaler mensch ist und eigentlich nicht über Gefühle redet vermisse ich das umso mehr ich denke sie wäre der Mensch der mir am meisten helfen würde und bei mir sein würde wenn zb mein vater auch sterben würde und deshalb fehlt das jetzt erst recht



    4. Ich weiss es ist keine Lösung aber ich rauche oft in letzter zeit also nur juul aber auf der einen Seite beruhigt es mich sehr auf der anderen seite will ich es aber auch nicht weil meine mutter es nicht gewollt hätte



    5. Fast alle von meinen guten freunden gehen ins ausland und ich fühle mich dann irgendwie erst recht alleine

    kann jemand einfach ein bisschen mir helfen

    lg jaco

  • Liebe Jaco,

    Du hast sehr viel geschrieben und ich finde es richtig, wenn Du Dir Deine Trauer und den Kummer mal von der Seele schreibst. Du bist erst 15; meine Güte, was Du alles durchmachen musst so jung, das ist enorm. Ich kann dich gut verstehen, weil ich selber alle meine Angehörigen verloren habe und ich niemanden habe, nicht mal echte Freunde. Du brauchst dringend jemand, der oder die Dich in den Arm nimmt, einfach nur tröstet und für Dich da ist. Jemand, der dir das Gefühl gibt, dass Du nicht verlassen bist. Ja, Deine Familie trauert auch und es kommt auch vor, dass man wütend wird. Dein Schicksal ist hart. Du solltest Dich auf keinen Fall selber verletzen. Du brauchst dringend einen Menschen, der Dich versteht und für Dich da ist. Dein Schicksal ist sowas von krass. Ich schreib nicht gerne online aber es hat bisher noch niemand geantwortet, so versuche ich mal zu antworten. Gibt es keine Ehrenamtlichen, mit denen Du reden kannst, z.B. von der Kirche oder einer Sozialstelle? Jemand muss Dir helfen; Du kannst das alles nicht alleine mit dir regeln. Gibt es eine Telefonseelsorge, die Du anrufen kannst, damit sie Dir weiterhelfen, Dich und Dein Leben zu sortieren? Ich kenne das mit dem Rauchen, aber bitte, versuch mit Leuten zu Reden, die Verständnis für Dich haben. Rauche bitte nicht und vor Allem verletze Dich nicht. Meine Worte sind vielleicht nicht sehr hilfreich, aber umarme Dich einmal selber, kuschel Dich ein, mach es dir schön, so gut es geht, umarme Deinen Bruder, Vater und die Oma und sage denen, dass Du auch gerne mal umarmt werden möchtest. Weine über Deine Trauer; es ist in Ordnung. Wenn Dein Vater unschöne Worte sagt, dann ist das auch nur ein Ausdruck von Hilflosigkeit in dem Gefühl der Trauer. Es tut mir leid für Dich und den Rest Deiner Familie. Aber bedenke mal, ich habe niemanden mehr, seit Jahren niemanden und das ist hart. Ich bin zwar schon sehr viel älter als Du aber trotzdem ist alles extrem hart allein. Du hast Dein ganzes Leben noch vor Dir, so bitte wende Dich an reale Menschen, die mit Deiner Trauer umgehen können, das ist besser. Ich hoffe, Du findest so jemanden oder schreib hier weiter. Ich bin nur mal zufällig auf diese Seite gestoßen, weil ich immer noch nach vielen Jahren um meine gesamte Familie trauere. Ich glaube, die meisten Menschen fühlen sich überfordert mit solchen Schicksalen, deshalb wende Dich an Fachleute, wie ich schon erwähnt habe. Rede mit den Leuten, die werden sicher besser einschätzen, wie Du das am Besten mit dem Auslandsjahr machst. Alles Liebe und dass Du irgendwann irgendwie glücklich wirst.

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