Mann nach langer Krankheit gestorben

  • Mein Mann ist nach langer Krankheit vor 5. Monaten gestorben. In der ersten Zeit war viel zu tun und ich konnte auch immer wieder etwas unternehmen. Aber nun bin ich wie gelähmt, alles fällt mir schwer. Allein sein ist schwer, aber andere treffen und reden empfinde ich auch meist anstrengend.

  • Hallo

    Es tut mir sehr leid für dich ich kenn das auch zu gut mein Mann ist jetzt auch 5.Monate Tod aber jeder tag wird schwerer

    ich bekomm nichts mehr auf die reihe meine Nerven liegen blank es tut so verdammt weh

  • Helene


    Hallo Helene,

    mein aufrichtiges Beileid erst noch.


    Es ist ein guter, und ein richtiger Schritt, den du mit deiner Mitteilung über deine Trauer hier beschritten hast.

    Es ist vor allem (v.a.), meines Erachtens, auch ein wichtiger Schritt für dich - auf deinem Weg dieser Trauerarbeit.

    So bezeichnet sich dieser "schwere SeelenZustand" glaube ich, am griffigsten - auch in der weiteren Verwendung für Außenstehende.


    Jeder von uns "aktiv" Trauernden > ich meine damit uns, die wir noch vor Kurzem einen Lieben seines ewigen Weges ziehen lassen mußten.

    ... also WIR werden oftmals von unserer unmittelbaren Umwelt (nahe Freunde und auch Bekannte/Verwandte) so gar nicht richtig wahrgenommen.

    Es wird in unserer heutigen "schnelllebigen Zeit" gerade noch akzeptiert, dass eine "Trauerphase" z.Bsp. gut ihre 14 Tage "dauern darf" ...

    ... dann bitte schön, hat der "Betroffene" aber wieder, wie eh' zu funktionieren!

    Sprüche, wie: "Zeit heilt Wunden" - und: "Das wird schon wieder, wirst sehen" ... kennen WIR alle zu Genüge.

    Wir wissen, es ist erstmal "gut gemeint" - dennoch sind es und bleiben es "Seifenblasen", die schneller platzen, als man sie alle wahrnehmen kann.


    Es fehlt unserer Umwelt so dann eingentlich das "Verständnis" für unsere sehr persönliche/individuelle Situation.

    ... und weil dieses "Unverständnis" ob dieser Situation oftmals dazu führt, dass Mißverständnisse in den Vordergrund geraten und teilweise auch kränkende Negationen (teilweis auf beiden Seiten) zurückbleiben, deshalb ist genau diese "erst krud' anmutende These" > dass das so ist, dass unsere Umwelt und ihre (Gegen)Reaktion auf uns Trauerende sich so darstellt - dies ist erst (von uns selbst) als eine "Feststellung" (Manifest) zu akzeptieren.

    Deshalb muß man das noch lange nicht und nicht in allen Facetten auch teilen - Nein.


    Diese, unsere Akzeptanz soll uns ermöglichen aus dem "Kreislauf" dahin ausbrechen zu können - unsere (geistige/seelische) Selbständigkeit zu bewahren.

    Nur dies hilft uns, glaube ich, auf dem durchaus auch sehr schweren Weg unserer Trauerarbeit.

    Es ist das, was wir für uns versuchen müssen so zu "Erarbeiten", dass wir es als einen Teil unsers Lebensweges akzeptieren können und nicht als einen eventuellen "Nimbus" in eine Schleife legen, die eine stete negative Konditionierung in unserem Seelenheil verursacht.


    Das ist eine Erfahrung, die ich so gemacht habe, bzw. die ich so, glaube "erkannt" zu haben.

    ... auch, weil ich Ähnliches bis stark Deckungsgleiches bei vielen Begnungen und in vielen persönlichen Gesprächen mit anderen Trauernden immer wieder so erkenne.

    Leider gibt es kein "GeneralRezept" - das liegt (nachvollziehbar) an unserem Individualcharakter und der jeweiligen individuellen Situation - auch wenn sehr vieles offensichtlich "gleich/gleichartig" erscheint.

    Wichtig meines Erachtens sollte sein sich wieder selbst in den Lebensmittelpunkt zu stellen, sich dort zu sehen.

    Von dort geht (wieder) all MEIN Leben aus.

    Dazu muß ich tief auf meinen Seelengrund - diese "Gründung" läßt mich das Zentrum, mein Zentrum - meine Mitte des Lebens erkennen.

    Von dort kann ich den Wert der Dinge ermessen und diesen eventuell auch wieder neu in eine (gewisse) (Ein)Ordnung bringen.

    Diese "Ordnung" erleichtert mir anschließend mich wieder besser zurecht zu finden - in meinem Leben.


    Das ist keine einmalige Sache ... es ist ein Weg dorthin, den ICH beschreiten muß. Ich muß es wollen und zulassen.

    ... deshalb gelingt mir dieser "SeelenTauchgang" auch nicht immer, bzw. nicht immer so gut, wie es dachte/wollte - aber, das bin ICH.


    Mir hilft dabei meine Tiefenentspannung > alleine, störungsfrei - auf dem Bett oder nur auf dem Boden liegend, ohne einen "Folgetermin" im Hinterkopf, einfach mittels geeigneter Musik - einer speziellen Musik, deren Komposition und die Aufnahmetechnik erst unser physisches Gleichgewicht herstellt, bevor diese Ausgeglichenheit auch auf die Seele ihren positiven Einfluß freigibt.

    So entsteht ein Gleichklang zwichen Physis und Psyche - das abtauchen auf den Seelengrund und die Erneuerung der Ordnung wird so möglich.


    Was hier so kryptisch daher kommt, ermöglicht mir, meine Trauer zuzulassen, den Verlust auf eine gewisse Art zu akzeptieren - ihn nicht zu "stigmatisieren".

    Meine Trauer(arbeit) läuft nicht neben mir (her). Sie ist akzeptierter Bestandteil meines Weges, ein Teil von mir.

    Nur diese Akzeptanz, ermöglicht mir so damit umzugehen, dass auch meine Umwelt, mich "ohne Risiko" erkennt.

    Es wird dabei nichts verdrängt, nichts beschönigt und nichts im Andenken heroisiert!

    Es ist und es bleibt auf Dauer meines Lebens(weges) immer ein (An)Teil.


    Dies so anzunehmen, nicht zu vergessen - "nordet" mich immer wieder auf's neue so ein, dass ich den Weg, meinen Weg nicht Fehle ...

    Schlangenlinien und holpriges Pflaster kommen deshalb genauso immer wieder auch vor - und so manchen Platten, hab' ich auf meinem Weg auch schon gefahren.

    Aber - es ist mein Weg, mein gangbarer Weg - weil das (Weiter)Leben so kostbar ist, welches uns gegeben wurde!


    Es kostet sehr viel Kraft - das will und kann ich nicht unterschlagen.

    Diese Kraft, die wünsche ich Dir, die wünsche ich jedem in gleicher Weise betroffenen "MitLesenden" hier ebenso.


    Danke dafür, dass Du dir, Helene , dass ihr Euch diese Textfülle bis zum Ende angetan habt.


    Alles Gute Euch - und Gottes Segen

    LG - Nils

  • Traurige


    Hallo Traurige,

    auch Dir eingangs erst mein Beileid.


    Der Textkörper (hier eins oben drüber) ist gleichwertig auch für Dich und Deine derzeitige, von Dir in deinem Post (oben) beschriebene Lebenssituation.


    Ich wünsche dir jedenfalls ebenso viel viel Kraft, um zur Zeit deinen Weg zu gehen.


    LG - Nils

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