Leiden der Eltern

  • Guten Morgen. Ich bin neu hier und muss mich erst zurecht finden.

    Ich bin jette, so nannte mich mein Vater😀


    Die letzten zwei Jahre waren einfach schrecklich,2016 hatte mein Vater COPD und dann wurde lungenkrebs festgestellt.

    Da hat er schon in den Knochen gestreut.

    Wir haben jede Minute genossen. Zum Schluß war er leider nur noch am Bett gebunden. Viele KnochenbrĂŒche und der Körper in sich zusammen gefallen.

    Ich hielt ihm immer die Hand, dass beruhigte ihn ungemein und es sagte mehr als 1000 Worte.

    Im MÀrz 2017 war der Kampf und Leidensweg zu Ende. Meine Mutter war völlig am Boden zerstört und wir hielten ab diesem Tag noch mehr zusammen. Ich könnte, vielleicht wollte ich auch nicht trauern. Ich wollte die starke Person an der Seite meiner Mutter sein und ihr bei der Trauer helfen.

    Wir unternahmen sehr viel und ich hatte immer ein offenes Ohr fĂŒr sie.


    Nach drei Monaten fiel mir auf, dass meine Mutter sehr viel abgenommen hat und schnell aus dem Atem war. Ich schob es auf den zuerst auf den Verlust ihres geliebten Mannes und meinen Vater.

    Aber mein bauchgefĂŒhl sagte mir, dass kennst du schon...

    Ich bat sie, sich untersuchen zu lassen.

    Im Oktober 2017 rief sie mich auf der Arbeit an und sagte, wir mĂŒssen reden.

    Ich glaubte kaum was ich da hörte. Mein Schatz, ich habe lungenkrebs.

    Wie ein deja vieau lief alles vor meinen Augen ab, wie es meinen Vater mit dieser Krankheit ergangen ist. Mir kullerten die TrĂ€nen ĂŒbers Gesicht.

    Meine Mutter versuchte mir Mut zu machen und sagte, wir schaffen das.

    Ich werde den Krebs besiegen.

    Es folgten schwere Monate. Chemos, die sie sehr geschwÀcht haben, aber sie hatte so ein starkes Herz, dass sie immer wieder aufstand, als ob nichts gewesen ist.

    Eines Tages fing es an, dass sie nicht mehr richtig laufen konnte.

    Ich ließ sie ins Krankenhaus fahren, um weiter Untersuchungen zu machen.

    Diagnose Leistenbruch, danach OP.

    Zwei Wochen danach wurde es nicht besser, ganz im Gegenteil, es wurde schlimmer.

    Sie konnte kaum noch laufen. Also wieder ins Krankenhaus. Ich ahnte was es ist.

    Tja und es wurde mir bestÀtigt. Knochenmetastasen, die ihre leiste schon angefressen haben. Ich war geschockt und dachte, dass darf doch nicht wahr sein. Genau das gleiche, wie bei Papa....

    Mittlerweile war sie im Rollstuhl gebunden...

    Sie gab nicht auf und die Ärzte schlugen ihr strahlentherapie vor.

    Sie willigte sofort ein, weil sie dachte, es wĂŒrde besser werden.

    Ab hier höre ich erstmal auf....

  • liebe jeanette


    Dein Schreiben hat mich sehr sehr betroffen gemacht ich schicke dir viel viel Kraft

    Ich weiss was es heisst keine eltern mehr zu haben

    Bin jetzt 54 jahre und vollwaise

    Habe am 22.1 2018 meine ĂŒber alles geliebte mami verloren durch die schreckliche krankheit leberzyrosse durch medikamente ausgelöst

    Meine mama war mein ein und alles ich habe sie das letzte jahr zuhause gepflegt mami konnte nicht mehr aufstehen sufgrund eines sturzes im wohnhaus im dezember 2016

    Leider wurde dann alles immer schlimmer

    Mami konnte weder stuhl noch harn halten es war so schrecklich sie leiden zu sehen und nicht helfen zu können

    Ich hĂ€tte meine leber sofort gespendet mama war ihr ganzes leben fĂŒr mich da sie hat es nie leicht gehabt hatte mit 46 jahren einen schlaganfall war dann links gelĂ€hmt aber sie war immer fröhlich vollrt optimismus und zuversicht sie ging noch arbeiten und hatte ihre krankheit super im griff

    Nur diese schlimme leberzyrosse konnte sie nicht mehr besiegen ihre lebert hat nur mehr zu 10 prozent gearbeitet als sie dann ins sputal kam ist sie friedlich und ohne schmerzen an einem agressiven virus der letzendlich alles zerstört hat am 22.1 von uns gegangen ich war nicht dabei kam 10 minuten zu spÀt

    Ich kanns bis heute nicht begreifen mama war so ein wunderbarer mensch habe ihr mein leben zu verdanken und bin nun ganz allein habe weder geschwister noch freunde oder bekannte auch keinen job im moment ist so so schwer

    Ich denke auch an dich jeanette

    Lg von mir an dich von ursula

  • Liebe Jette,

    Deine Mutter scheint eine unglaublich starke Frau zu sein, die Dir Mut macht... und Du bist auch stark, Du trÀgst sie mit. Und Dein Vater ein liebenswerter Vater, ihr habt die Zeit genossen...
    Und trotz aller StĂ€rke und obwohl Du sicher genauso weißt wie ich, dass dein Vater ganz sicher nicht wollte, dass Deine Trauer dich so ergreift, tut sie das und vermutlich muss das auch so sein.
    Ich habe gestern mit meinem Sohn die Kurzgeschichte "Die BrĂŒcke" von Ziegler lesen (mĂŒssen). Dort sagt der Sohn dem Vater, dass ein Tod ein großes Loch ins Leben reissen wĂŒrde. Der Vater antwortet, dass dies so sein mĂŒsse... und lĂ€chelt.
    Ich konnte kaum die Geschichte weiter lesen. Es ist ein riesiges Loch. Mein Vater ist mittlerweile ein Jahr tot, völlig ĂŒberraschend und ich hatte keine Gelegenheit mich zu verabschieden. Jedenfalls lag er bereits im Koma als ich da war. Ich helfe meiner Mutter so gut ich kann... und hoffe, dass Sie sich gesundheitlich weiter hĂ€lt. Aber der Schmerz reisst mich tĂ€glich mit. KLeinigkeiten, BruchstĂŒcke, Erinnerungen. Nach aussen geht alles weiter... aber innerlich braucht es alle Energie sich jeden Tag aufs neue zu orientieren. Ich vergleiche meinen Schmerz mit einem Druckverband. Er sitzt gut. Aber es ist eben nur ein Druckverband. Sobald er locker wird ist klar, dass die Wunde eine tiefe blutende Wunde ist.
    Da sind wir erwachsen, haben eigene Kinder und sind doch eben auch Kinder geblieben und fĂŒhlen uns verwaist.
    Die Seelsorgerin im Krankenhaus hat mich mal gefragt, ob ich fĂŒhle, dass mein Vater mir einen StĂ€rke hinterlassen hat. Ja das fĂŒhle ich , aber es ist wie zu Kinderzeiten, manchmal ist die Anforderung ganz schön hoch. Ich habe ihn dafĂŒr geliebt, dass er die Anforderungen immer einen Tick höher gelegt hat als ich es mir zugetraut hĂ€tte. Vielleicht ist das jetzt auch so.
    Wir können den Schmerz nicht nehmen, nichts zurĂŒckholen, aber fĂŒr mich ist es "gut" zu erfahren, dass ich nicht die einzige bin, deren Leben aus den Fugen geraten ist (auch wenn das nach aussen nicht sichtbar ist.)
    Lg

    • :)
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