Ich komme mit dem Tod meiner Mama nicht klar

  • Hallo,

    morgen ist es soweit. Trauerfeier um 14 Uhr. Weiss nicht, wie ich es durchstehen soll. Ich weiss ich werde es schaffen, schon meinem Vater zu liebe. Ich begreife immer noch nicht, dass meine Mama nicht mehr da ist. Mein Vater leidet so sehr. Ich habe große Angst, dass er sich irgendwann was antut. Er plant für dieses Jahr ganz viel Ausflüge mit uns. Und heute sagte er sowas wie: ach das muss ich auch noch vorher erledigen. Als meine Schwester ihn darauf ansprach, was er mit vorher meint, fing er an zu weinen. Vielleicht sehe ich auch Gespenster. Aber mein Mann, der eigentlich nicht solche Gedanken hat, meinte sogar, dass mein Vater etwas vorhat in Sachen Suizid. Ich könnte es sogar verstehen. Meine Mama und er waren unzertrennlich.

    Am Dienstag ist dann die Urnenbeisetzung und Mittwoch wäre sie 73 geworden. .........

  • Hallo Antje,

    hast du die Beisetzung gut überstanden? In dem Augenblick realisiert man die Endgültigkeit mit voller Wucht.Aber man versucht,sich zusammenzureißen.Wie hat es dein Vater verkraftet?Du konntest deiner Mutter heute nicht zum Geburtstag gratulieren,das war sicher schwer.Bei mir ist es anders herum,ich habe Geburtstag und das erste Mal ohne die lieben Wünsche meiner Mutter.Eigentlich wollte ich ihr heute frische Blumen bringen,aber ich habe es nicht geschafft,mich anzuziehen.

    Eine Trauergruppe habe ich tatsächlich gefunden,war schon einmal dort,hat mich auch durchaus angesprochen,aber besser geht es mir trotzdem nicht,eher im Gegenteil.

    Kornelia

  • Hallo Kornelia, hallo liebe Antje, ja mit der Beerdigung geht das irdische Leben mit dem geliebten Menschen endgültig zu Ende.

    Ich habe meine Mama am 17.08 zu ihrer letzten Ruhestätte begleitet, unserem letzten gemeinsamen Weg der mein schwerster in meinem bisherigen Leben gewesen ist.

    Nun ist die unendliche Trauer und der Schmerz da der immer schlimmer wird. Das Vermissen der Mama die immer so selbstverständlich da gewesen ist, zu der man reden konnte und sie gesehen hat.

    Alles ist mit einem Male weg, kommt nicht zurück nur die Erinnerung bleibt zurück.

    Es ist unbeschreiblich schwer die eigenen Gefühle wieder zu geben weil man das nicht in Worte wieder geben kann. Und dieses Endgültige macht es einem so schwer es wahr haben zu wollen, wahr haben zu müssen, denn ich will es nicht wahr haben obwohl ich es muss.

    Mein Herz weint, meine Gefühle weinen, mein Inneres ist am weinen, ich liebe meine Mama so sehr und ich würde ihr das nun so gerne sagen. Zu ihr gehen, sie in meinen Armen nehmen , ihr einen Kuss geben und sagen, Mama ich liebe Dich.


    Liebe Kornelia, mit anderen Menschen die selbes durchmachen wie wir zu reden tut sicher gut so wie in einer Trauergruppe das möglich ist. Wenn ich wüsste wo sowas bei mir statt findet, würde ich bestimmt auch mal hin gehen.

    Aber mir ist klar, wenn wir dann wieder für uns alleine sind, ist halt diese Leere da die durch nichts mehr ersetzt werden kann. Und unsere Mamas werden uns unser Leben lang fehlen, mir ist das nun die letzten Wochen sehr bewusst geworden. Mir wird sie immer fehlen jetzt und ich werde immer an meine Mama denken, ich versuche mir vor zu stellen das sie mich fühlen kann, sie weiß das ich sie sehr vermisse ihr es nun aber gut gehr und Mama mir nur etwas voraus gegangen ist und ich nachkommen werde.


    Liebe Antje, ich wünsche dir auch viel Kraft und das du die Beisetzung deiner Mama gut überstanden hast und das dein Papa trotz des herben Verlust auch an Dich denkt , denn du das Kind bist was er deiner Mama geschenkt hat.


    Liebe Grüße an Euch beide..

    Dieter

  • Liebe kornelia, lieber Dieter,

    Lieb, dass ihr an mich gedacht habt. Es war einfach nur schrecklich. Ich habe meinen Vater gestützt und wir haben die ganze Zeit unsere Hände umklammert. Er sagte immer: ich schaff das alles nicht. Wir haben uns aber gegenseitig halt gegeben. Meine beiden Schwestern haben es ganz gut überstanden. Meine eine Schwester ist seit einem Verkehrs unfall behindert. Sie war zwar traurig aber sie vergisst auch wieder sehr schnell. Ihr Kurzzeitgedächtnis funktioniert nicht mehr so richtig. Zwischendurch fällt ihr es dann immer wieder ein und dann ist sie traurig. Und meine andere Schwester hatte nicht so die Bindung zu meiner Mutter, da sie die Stiefmutter war. Sie haben sich aber trotzdem sehr geliebt. Sie hat schon mal ihre Mutter verloren. Mein Vater (Stiefvater) ist also zum zweiten Mal Witwer.

    Er ist aber trotzdem wie mein leiblicher Vater. Ich liebe ihn sehr.

    Die Urnenbeisetzung war auch nochmal sehr emotional. Das war so endgültig. Naja und der Geburtstag gestern .......

    Liebe kornelia, lass dir Zeit mit der trauergruppe. Man muss ja auch erst vertrauen zu den anderen Teilnehmern fassen. Schön dass du den ersten Schritt dahin geschafft hast.

    Ich habe am 23.2. Geburtstag. Meine Mama hat mich immer um 10:23 Uhr angerufen, sogar auf der Arbeit. Um die Uhrzeit wurde ich geboren. Das sind dann so Momente, die besonders Schmerzen. Und an Weihnachten mag ich gar nicht denken....

    Lieber Dieter, genau diese Gedanken habe ich auch. Das Gefühl dass sie nie nie mehr wiederkommt ist so furchtbar. Ich möchte sie auch riechen, anfassen. Ich kann im Moment noch keine Fotos anschauen. Vielleicht kommt das noch. Ich hoffe für uns alle, dass der Schmerz weniger wird. Liebe Grüße und fühlt euch von mir umarmt. Schreibt eure Gedanken auf. Möchte gerne wissen wie es euch geht. Fühle mich mit euch verbunden

  • Ich schalte mich mal mit ein, da ich mich in Euren Trauergedanken wiederfinde.

    Meine Mutter verstarb Mitte August völlig überraschend nach kurzer, schwerster Krankheit. Sie war 87 aber bis August noch fit und scheinbar gesund. Das Verhältnis zwischen uns war sehr innig und warmherzig. Mein Vater musste schon vor 5 Jahren gehen. Sein Verlust war ebenfalls sehr schwer, aber wir stützten uns gegenseitig. Jetzt ist es heftiger. Nach einer Woche war die Trauerfeier mit Sarg, am 7. September die Urnenbeisetzung. Nur noch Staub. Keine Wärme, keine Anrufe, kein Kontakt...für immer. Nur noch Bilder, Erinnerungen. Das ist brutal. So brutal, dass eine Depression nicht weit ist. Mir hilft es derzeit, darüber zu reden, Trauer zulassen, aber auch sich nicht permanent dieser Brutalität aussetzen. Soll heißen, nicht unaufhörlich sich dem Selbstmitleid hingeben und runter ziehen. Auch mal Verdrängen und Momente der Ablenkung und Freude zulassen. Das gelingt nicht oft, aber doch zunehmend und tut mir gut. Sich Zeit geben für die Verarbeitung. Mal mit Tränen, mal mit tiefem Schmerz und mal mit Ablenkung. Ich hoffe, ich bin auf dem richtigen Weg.

  • hallo Nicolas,

    Mein herzliches Beileid. Du machst es meiner Meinung nach genau richtig. Trauer zulassen und sich aber dem nicht zu 100 Prozent hingeben. Sonst zerbricht das Herz .

    Ich versuche, die trauer einmal am Tag heftig zuzulassen. Da weine und schreie manchmal auch. Danach gehst mir komischerweise besser. Ich darf mich nur nicht reinsteigern. Und wenn ich merke, dass durch irgendeine Sache die trauer zurück kommt, versuche ich mich abzulenken. Ich bin von Beruf Erzieherin, da wird man genug abgelenkt. Da darf ich auch nicht nur traurig sein. Und falls doch, dann sage ich es den Kindern einfach. Manchmal gibt es Tage, da gelingt es mir und manchmal auch nicht. Ist ja alles auch noch ziemlich frisch.

    Nicolas du bist meiner Meinung nach auf einem richtigen Weg.

  • Liebe Antje,

    ich war sehr gerührt,als ich gelesen hatte,dass deine Mama dich immer zur Geburtszeit angerufen hat.Eine so liebe Geste.Gut,dass du noch ein paar Monate Zeit hast,bis du wieder Geburtstag hast.Die Rituale werden fehlen,auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

    Meine Mutter ist in einer Grabeskirche beerdigt,dort wurde ich damals getauft und trotz der Schönheit der Kirche macht es mich diese Tage besonders traurig,wenn ich mir vorstelle,dass meine Eltern an diesem Tag in diesem Gebäude bestimmt sehr glücklich waren und jetzt ruht nur noch ihre Asche da.

    Vielleicht muss man nur das erste Jahr über stehen,bis man wieder auf die Beine kommt.Immer ein erstes Mal ohne die verstorbene Person,Geburtstag,Weihnachten etc.Der Platz bleibt für immer leer.

    • :)
    • :(
    • ;)
    • :P
    • ^^
    • :D
    • ;(
    • X(
    • :*
    • :|
    • 8o
    • =O
    • <X
    • ||
    • :/
    • :S
    • X/
    • 8)
    • ?(
    • :huh:
    • :rolleyes:
    • :love:
    • 8|
    • :cursing:
    • :thumbdown:
    • :thumbup:
    • :sleeping:
    • :whistling:
    • :evil:
    • :saint:
    • <3
    • :!:
    • :?:
    Maximale Anzahl an Dateianhängen: 10
    Maximale Dateigröße: 1 MB
    Erlaubte Dateiendungen: bmp, gif, jpeg, jpg, pdf, png, txt, zip