Freude oder Trauer?

  • Hallo ihr Lieben,

    vor 6 Tagen ist mein Onkel gestorben, er war wie ein Vater für mich, wir sind seitdem ich 1 Jahr bin unzertrennlich und haben eine sehr starke Verbindung, sogar jetzt nach seinem Tod gab es ein Zeichen -es kann kein Zufall sein- und ich weiß dass er mir damit zeigen wollte,dass unsere Verbindung immer bleibt!


    Ich konnte bis jetzt noch nicht so viel weinen, ich hatte in den 6 Tage 3 extreme Zusammenbrüche,aber irgendwie realisiere ich es noch nicht,die meiste Zeit fühle ich mich wie ein Eisblock,weil ich gut in verdrängen bin.

    Als ich mit 7 Jahren meinen Vater verloren habe, habe ich auch erst bei der Beerdigung richtig geweint.

    Die Beerdigung meines Onkels findet demnächst statt und ich habe einfach nur Angst, ich will es nicht realisieren!!


    Als man mich versucht hat zu erreichen, um mir die Todesnachricht zu übermitteln,habe ich mein Handy auf lautlos gestellt,dabei wusste ich worum es ging..das ist doch krank?!!

    Ich war auch bei unserem letzten Telefonat etwas streng zu ihm, aber nur weil er mir so wichtig ist...ich betreue es so sehr.

    Er hat mir knapp 4 Wochen vorher gesagt, dass er wahrscheinlich bald stirbt, aber ich habe es verdrängt und wollte es nicht glauben.


    Ich habe Angst sein Grab zu sehen, weil ich dann die Bestätigung habe, dass er nicht mehr da ist und mich nie mehr besucht!!


    Ich glaube an ein Leben nach dem Tod und weiß, dass seine Seele frei ist, darüber freue ich mich.

    Vielleicht ist es falsch zu trauern, vielleicht weine ich deshalb nur manchmal...?!?


    Ich weiß nicht ob mir jemand helfen kann, aber es tut gut darüber zu schreiben...


    Jona:(

  • Guten Morgen liebe Trauergemeinde. Ich habe ein Forum gesucht, in dem ich mich mit Menschen austauschen kann, die ähnliches Leid erlebt haben und noch erleben, um einen Weg zu finden, mit meiner Trauer zurecht zu kommen. Ich habe im Sommer diesen Jahres meinen Mann durch einen tödlichen Unfall im Urlaub verloren. Er hat beim Fotografieren auf einem Berg den Halt verloren und ist abgestürzt. Unsere Tochter hat dies mit ansehen müssen. Sie erscheint fröhlich und abgeklärt, muss sich aber innerlich große Vorwürfe machen, da sie sich ritzt. Sie möchte keine Hilfe von außen, doch ich habe einen Termin bei einer Psychologin ausgemacht. Wenigstens diesen einen Termin wird sie wahrnehmen müssen und ich hoffe sehr, dass die Psychologin einen Zugang findet und ihr helfen kann. Wir mussten nach dem Tod meines Mannes unser zu Hause verlassen und leben nun in einer neuen Wohnung. Zunächst dachten wir, dass uns ein Umgebungswechsel gut tun wird, doch die Eingewöhnung fällt dennoch schwer. Ich habe nach dem Tod meines Mannes viele Dinge zu regeln gehabt. Ich habe einfach nur abgearbeitet und funktioniert. Jetzt, da ich allmählich zur Ruhe komme und Zeit habe, mir dem Ganzen bewusst zu werden, überkommt mich die Trauer manchmal wie ein Hammerschlag. Ich sitze im Auto zum Einkaufen und plötzlich bricht es aus mir heraus und ich muss weinen. Diese Situationen überkommen mich sehr oft. Mir ist inzwischen bewusst, dass mein Mann nicht wiederkommen wird, aber es fällt mir unheimlich schwer, mich damit abzufinden. Ich hätte mir so sehr gewünscht, ich hätte mich nochmals verabschieden können, doch das war leider nicht möglich. Könnt Ihr mir raten, wie man damit klar kommt? Liebe Grüße Linda

  • Hallo Jona,

    es tut mir sehr leid mit Deinem Onkel. Doch ich kann Dich beruhigen, Dein Verhalten ist völlig normal. Zu Anfang will man das Erlebte einfach nur verdrängen, als ob es nicht passiert wäre. Würdest Du Tränen zulassen, würdest Du Dir eingestehen, dass es passiert ist. Es ist auch nicht krank, dass Du Dein Handy auf lautlos gestellt hast...Du wolltest Dich selbst schützen, da Du wusstest, was man Dir sagen wird. Dein Onkel weiß, dass Du ihn über alles geliebt hast und auch wenn Deine Worte beim letzten Mal nicht so positiv ausgefallen sind, musst Du Dir darüber keine Gedanken machen. Du hast es ja nur lieb gemeint und Dein Onkel wusste das. Der Gang zum Grab ist vermutlich einer der schwierigsten und emotionalsten Wege, die man manchmal gehen muss, da einem die Entgültigkeit so klar vor Augen geführt wird, doch ich denke, dass dies auch für Dich ein wichtiger Schritt ist, um Loslassen zu können und um nach Vorne zu blicken. Dein Onkel würde wollen, dass Du ihn in liebevoller Erinnerung behälst, dass Du aber nicht verzweifelst. Ich glaube auch daran, dass die Seele weiterlebt...dass wir nur für eine bestimmte Zeit einen Körper geliehen bekommen, der uns dabei hilft, Erfahrungen auf Erden zu machen. Dein Onkel hat sein Leben gelebt und wird vermutlich irgendwann in einem neuen Körper weitere Erfahrungen sammeln. Ich wünsche Dir alles Gute Linda

  • Guten Morgen liebe Trauergemeinde. Ich habe ein Forum gesucht, in dem ich mich mit Menschen austauschen kann, die ähnliches Leid erlebt haben und noch erleben, um einen Weg zu finden, mit meiner Trauer zurecht zu kommen. Ich habe im Sommer diesen Jahres meinen Mann durch einen tödlichen Unfall im Urlaub verloren. Er hat beim Fotografieren auf einem Berg den Halt verloren und ist abgestürzt. Unsere Tochter hat dies mit ansehen müssen. Sie erscheint fröhlich und abgeklärt, muss sich aber innerlich große Vorwürfe machen, da sie sich ritzt. Sie möchte keine Hilfe von außen, doch ich habe einen Termin bei einer Psychologin ausgemacht. Wenigstens diesen einen Termin wird sie wahrnehmen müssen und ich hoffe sehr, dass die Psychologin einen Zugang findet und ihr helfen kann. Wir mussten nach dem Tod meines Mannes unser zu Hause verlassen und leben nun in einer neuen Wohnung. Zunächst dachten wir, dass uns ein Umgebungswechsel gut tun wird, doch die Eingewöhnung fällt dennoch schwer. Ich habe nach dem Tod meines Mannes viele Dinge zu regeln gehabt. Ich habe einfach nur abgearbeitet und funktioniert. Jetzt, da ich allmählich zur Ruhe komme und Zeit habe, mir dem Ganzen bewusst zu werden, überkommt mich die Trauer manchmal wie ein Hammerschlag. Ich sitze im Auto zum Einkaufen und plötzlich bricht es aus mir heraus und ich muss weinen. Diese Situationen überkommen mich sehr oft. Mir ist inzwischen bewusst, dass mein Mann nicht wiederkommen wird, aber es fällt mir unheimlich schwer, mich damit abzufinden. Ich hätte mir so sehr gewünscht, ich hätte mich nochmals verabschieden können, doch das war leider nicht möglich. Könnt Ihr mir raten, wie man damit klar kommt? Liebe Grüße Linda

    Liebe Linda, Danke für deine lieben Worte zu meinem Text und Danke dass Du deine Geschichte teilst.

    Das tut mir sehr leid, dass du deinen Mann verloren hast und eure Tochter ihren Vater.

    Ich denke auch, dass es eine gute Idee mit der Therapie ist, nur wundere dich nicht, wenn deine Tochter doch nicht darüber reden möchte.

    Meine Mutter hat mich als Kind auch zur Therapie geschickt, nachdem mein Vater verstorben ist und ich habe nur geschwiegen.

    Allerdings kann es sein, dass sie lieber mit fremden über ihre Trauer redet und sie sich auf die Therapie einlässt, das wäre schön.

    Es ist völlig okay, dass du noch oft Momente hast, in denen du einfach los weinst, du hattest ja noch gar keine Zeit zu trauern...

    Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft!!!!

    Liebe Grüße, Jona

  • Liebe Linda, wir haben unsere ersten Psychologentermine hinter uns, meine 9 jährige Tochter blockt das alles und meine große Tochter versucht sehr stark zu sein, aber ich merke wie sie leidet! Ich selber kann keine klaren Gedanken fassen, die Vorwürfe ihm nicht helfen zu können fressen mich auf , er fehlt mir so schrecklich und ich weiß nicht wie es weiter gehen soll, könnt ihr mir irgendwie helfen? Ein Leben ohne ihn unvorstellbar, denn er war unser Leben nur mit ihm waren wir komplett!

    • :)
    • :(
    • ;)
    • :P
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