Mein Freund starb unerwartet an einem Aortariss

  • Hallo an Euch alle


    Ich bin neu hier, ich bin auf der Suche nach Trauerforen hier gelandet.

    Mein Freund starb am MIttwoch, 6,12.17 unerwartet nach einem Riss in der Aorta.

    Wir waren 4 Monate zusammen, eine vielleicht relativ kurze Zeit vielleicht, aber wir waren uns so nah und wussten beide vom ersten Tag an dass wir für den Rest unseres Lebens zusammen bleiben wollten. Auch waren wir uns so nah, dass jeder spürte, wenn es dem anderen nicht gut ging. Er litt schon seit Jahren an der Krankheit Morbus Crohn. Diese Krankheit bremste ihn immer mal wieder etwas aus, aber er beklagte sich nie und nahm seine Krankheit an. Kurz vor seinem Tod unternahmenwir am Wochenende davor noch einen Trip ins Tessin und es waren wunderschöne und intensive Tage, welche nur am Sonntag auf dem Heimweg gedämpft wurde, weil er einen Schwächeanfall hatte (vermutlich durch einen Schub des Morbus Crohn) und es ihm auf dem ganzen Heimweg unwohl fühlte.


    Die Tage danach fühlte er sich zeitweise auch nicht so gut, aber selbst dann und auch vorher wenn er sich mal nicht gut fühlte, sagte er mir immer: "Mach Dir keine Sorgen Schatz, es kommt alles gut!"

    Weil ich es meist intuitiv spürte, wenn es ihm nicht gut ging durch große innere Unruhe, machte ich mir natürlich Sorgen.


    So war es auch an diesem Mittwoch dem 6.12.: Wir schickten uns noch wie immer WhatsApp Sprachnachrichten und schrieben uns SMS, er schien sich ganz gut zu fühlen, er wollte sogar am Nachmittag mit seine Schwester, welche vorübergehend bei ihm wohnte, an die frische Luft. Auffällig war dass er sich schon die Tage davor nach unserem Wochenendausflug immer wieder für alles bedankte und dies in einer Art welche ich sehr besonders und rührend fand.

    Wir schickten uns in meiner Mittagspause SMS und nach 13.00 Uhr schickte er mir ein Foto von mir welches mich am Frühstückstisch am Wochenende zeigte und schrieb darunter: "Schön wars".

    Ich schrieb zurück, "es war wunderschön mein Mann fürs Leben" seine letzte Antwort war: " Ich kann mich diesem nur anschließen meine Frau fürs Leben". Das war sein letztes SMS.

    Danach kamen keine SMS mehr, ich schickte ihm noch ein Bild aus meiner Kaffeepause von einer zopffigur worauf keine Antwort kam, ich dachte mir erst, er wäre vielleicht unterwegs oder würde schlafen.

    Unruhig wurde ich aber erst zwischen 17.00 und 18.00, ich versuchte ihn mehrmals telefonisch zu erreichen, immer sprang die Mailbox an. Danach wandelte sich meine Unruhe zu Angst und ein Gefühl der Panik stieg in mir auf und dazu eine unerklärliche schreckliche Gewissheit dass irgendwas schreckliches passiert ist.

    Kurz danach klingelte es an der Türe und als ich öffnete, standen draussen drei Herren des Careteams der Polizei, fragten mich nach meinem Namen und ob sie reinkommen dürften. Ich war total irritiert und dachte noch, was ich nun angestellt hätte dass die Polizei bei mir auftaucht (in diesem Moment wusste ich noch nicht, dass die drei vonm Careteam waren).

    Im Wohnzimmer fragten sie mich dann wie ich zu Herrn Stefan Theocharis stände und als ich antwortete, dass dies mein Freund sei,

    erklärten sie mir, dass Stefan um 15.00 gestorben sei und die näheren Umstände.

    Es zog mir regelrecht den Boden unter den Füssen Weg, ich war zwar geschockt aber noch gefasst, konnte aber keinen klaren Gedanken mehr fassen. Dank der Polizisten welche meinten, es wäre wichtig, wenn ich jetzt nicht allein wäre und ob ich jemanden anrufen möchte, rief ich dann meine Schwägerin an, meine Eltern waren zu diesem Zeitpunkt zu weit weg in den Bergen um sofort bei mir sein zu können.

    Meine Schwägerin liess sofort alles stehen und liegen und war mit ihren beiden Kindern ca 15 Minuten später bei mir.

    Ich rief dann noch Stefans Schwester an, welche mir genauer erklärte was genau passiert war, auch dass sie es nicht fertig gebracht hätte, mich schon am Nachmittag zu informieren, weil sie Angst hatte, ich könnte am Arbeitsplatz zusammen brechen.

    Danach rief ich meine Eltern an um sie zu informieren, welche versprachen, am nächsten Tag zuhause zu sein.

    Meine Schwägerin bot mir dann an, dass ich zu ihnen nach Hause mitkommen könnte für die kommende Nacht oder sie bei mir bliebe. Ich entschied mich dann, zu ihnen zu gehen.

    Die Tage danach und auch jetzt immer noch fühle ich mich total leer, das Leben ist für mich stehen geblieben, kann es nicht glauben, dass Stefan gehen musste ( er würde es als dürfen bezeichnen) und ich ohne ihn zurück bleibe und irgendwie weitermachen muss.

    Die Zukunft ist beinahe wie ausgelöscht, ich mache keine Pläne und lebe von Tag zu Tag.



    Entschuldigt bitte wenn ich nun zu lang wurde, danke Euch fürs Zulesen.....

  • Mein aufrichtiges Beileid erstmal an Dich! Ich danke Dir für Deine Antwort.

    Genauso fühlt es sich auch für mich an, das Leben scheint vorbei zu sein.

    Dabei geht es ja trotzdem weiter und manchmal denk ich, dass auch das Leben meiner Mitmenschen (Familie, Freunde usw) nicht einfach so weiter gehen kann und darf. An die Weihnachtsfeier darf ich gar nicht erst denken, ich weiß nicht, wie ich diese durchstehen soll, aber ich möchte meiner Familie nicht das Fest verderben.

    Dann denk ich mir, es kann nicht alles meinetwegen und Stefans Tod aufhören zu funktionieren. Ich bin sehr froh und dankbar dafür, dass meine Familie mich unterstützt und auch vieler meiner Freunde.

    Ich hoffe, auch Du liebe SarahSarilli hast liebe Menschen um dich, welche Dich unterstützen.....

  • Du hast mein volles Mitgefühl, denn mein Mann ist ebenfalls an einen Riss an der Aorta vor 6 Wochen gestorben am 9.11.2017. Anfangs war ich in einem Schockzustand und konnte es nicht glauben dass er nicht mehr da ist. Mittlerweile wird die Realität immer schlimmer . Frühmorgens, und Abends wenn ich ins Bett gehe bekomme ich regelrechte Heulkrämpfe. Wir waren auch nur zu Zweit, jetzt sitze ich alleine da. Mein Mann fehlt mir jede Minute, es ist unendlich schwer.

  • Ich wohne im Nürnberger Land , habe jetzt aber durch Zufall über die Zeitung eine Trauergemeinschaft entdeckt es heißt Trauercafe wo man sich einmal im Monat mit ebenfalls Hinterbliebenen trifft. Man kann entweder sprechen oder zuhören , und ich hatte das Gefühl dass man wirklich Zuhörer hat. Mir persönlich geht es einfach besser wenn ich über meinen Schmerz sprechen kann. Vielleicht wäre es für dich auch ein kleiner Trost.

    Ich habe die Liebe meines Lebens verloren , wir waren sehr eng verbunden. Weis noch nicht wie es weitergehen soll. Ich bin sehr traurig, weine jeden Tag .Der einzige Trost sind momentan meine 3 Katzen, die mich brauchen denn die vermissen meinen Mann auch sehr. Ich wünsche dir viel Kraft.

  • Hallo euch allen,

    Auch ich bin neu hier, mein Mann ist am 17.12. wegen einen gerissenen Aortenaneurysma gestorben.

    Er war dieses Jahr bereits zwei Mal wegen anderer Erkrankungen im Krankenhaus wodurch das aneurysma aber nicht operiert werden konnte, die OP war für Mitte Januar gplant, er hatte sich gerade von allem erholt und es ging ihm richtig gut und dann ging alles so verdammt schnell ich konnte zwar bis zum Schluss bei ihm sein aber das hilft nicht wirklich im Moment ist der Schmerz einfach zu stark.

  • Hallo Barbara

    mein Herzliches Beileid zum Verlust von Stefan, bin ein Onkel von Stefan und seit bald 27 Jahren mit seiner 2. Schwester Gisela verheiratet. Die Familie Theocharis lernte ich vor 30 Jahren kennen, Leider lernte ich Dich noch nicht kennen nur von den Fotos die Stefan seiner Schwester geschickt hat irgendwie kommst Du mir aber Bekannt vor. Als ich vom Tode von Stefan erfahren hab tat es mir sehr weh, vor allem auch für Dich. Kann mir das nicht vorstellen wie es gewesen währ hätte ich Gisela in der zeit als wir uns kennengelernt hatten, schon wieder verloren hätten. Auch jetzt kann ich mir nicht vorstellen wie man einen solchen Verlust verarbeiten kann. Wünschen Dir viel Kraft und Weisheit das geschehene zu verarbeiten. Ein Verstorbener bekannter machte ein Foto einer Brücke die sich im Wasser spiegelt, unter das Foto schrieb er die Worte ich bin nicht weg, bin nur auf die andere Seite gegangen. An der Beerdigung haben wir erfahren das die Kirche Mett dem Namen Stefan gewidmet ist, vorher war das für mich die Kirche Mett. wo viele liebe Menschen begraben wurden.

    Liebe Grüsse Andre und Gisela Vuilleumier

  • KATY SARASARILLI ANDREUND GISELA!

    ich möchte euch mein aufrichtiges Beileid zum Tod eurer geliebten angehörigen aussprechen...

    ich möchte hier ein gedicht hereinstellen dass euch ein trost sein möge in dieser schweren zeit....


    Der Tod ist nichts


    Ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen

    Gebt mir den Namen


    Den ihr mir immer gegeben habt,


    sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt,


    gebraucht nie eine andere Redeweise


    seid nicht feierlich oder traurig


    lacht weiterhin über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben


    betet, lacht, denkt an mich


    betet für mich, damit mein Name im Haus ausgesprochen wird


    so wie es immer war


    ohne irgendeine besondere Bedeutung


    ohne die Spur eines Schattens

    das Leben bedeutet das, was es immer war


    der Faden ist nicht durchschnitten


    warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein


    nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?

    Ich bin nicht weg


    Ich bin nur auf der anderen Seite des Weges

    (von Charles Peguy)


    ich möchte euch einladen dass ihr jederzeit herkommen könnt um über eure trauer zu schreiben.

    hier gibt es menschen die für euch da sind euch zuhören und euch unterstützen.

    das kann sehr hilfreich sein.


    gglg elli

  • Hallo elli, heute ist wieder ein trauriger Sonntag ohne ihn. sitze hier am computer mit meinen Mops, er ist mein treuer Begleiter. Denke gerade an die früheren Sonntage, wie schön es immer war. Und jetzt? Haben immer zusammen Kaffee getrunken und anschließend eine Runde mit unseren Cabrio gedreht. Das Cabrio steht jetzt abgemeldet in der Garage. Alles nur Erinnerung. Das Alleinsein ist grausam. Die langen einsamen Abende und viele schlaflose Nächte. Mein großer Sohn und die Schwiegertochter verachten mich nach wie vor. Das ist sehr schwer.Wenn sie auf mich zukomme könnten, würde ich es vielleicht verzeihen, was sie mir an den Kopf geschmissen haben. Mein jüngerer Sohn spricht schon mit mir. seine Ablenkung ist seine KFZ-Werkstatt. Ich würde so gern ein paar tröstende Worte meiner Kinder hören. Das würde mir wieder Kraft geben. Aber da werde ich vergebens warten. Meine Familie war und ist mein ein und alles. Aber so wie es aussieht muss es alleine schaffen. Ich weine oft viele viele Tränen. Nach 36 Jahren ist man von einer Sekunde auf die andere alleine. Ich möchte ihn so gerne noch einmal in meine Arme nehmen, aber das bleibt leider ein Traum.


    Viele liebe Grüße Heidi

  • liebe heidi!

    beim lesen deiner zeilen ist es spürbar wie traurig du bist..

    die Erinnerungen an die früheren Sonntage die du gemeinsam mit deinem mann verbringen hast können.-

    das gemeinsamen ausfahrten mit dem cabrio das kaffeetrinken sind das einizige was dir geblieben sind.

    es ist verständlich dass es sehr verletzend ist dass weder dein sohn noch deine schwiegertochter mitt dir reden..

    dich verachten.

    das kann ich nicht verstehn.

    nachdem wie sie sich dir gegenüber verhalten haben liegt es an ihnen den ersten schritt zu tun und sich bei dir zu entschuldigen.

    dass du ihnen dann verzeihst ist eh eine grossartige geste deinerseits.

    aber solange sie das nicht beabsichtigen wird sich da nichts ändern.

    es ist gut dass es noch deinen jügeren sohn gibt mit dem du reden kannst.

    denn es ist ganz wichtig dass du einen Ansprechpartner hast.

    ich kann verstehn dass du dir erhoffst dass deine Kinder dir ein paar tröstende worte spenden und sie für dich da sind.

    das wäre ganz wichtig damit du wieder etwas kraft schöpft.

    solange die Situation mit deinem älteren sohn und deiner schwiegertochter so vefahren ist wird es schwer werden.

    es ist traurig ...du warst für deine Familie immer da hast sie immer versorgt und jetzt wo du selbst hilfe brauchst ist dies nicht möglich.

    es ist verständlich dass dir die langen abende und die viele Einsamkeit dir zu schaffen machen und du in Traurigkeit verfällst.

    der mops ist zwar dein treuer begleiter ...aber es ersetzt halt net deine Familie.

    hmm was wäre wenn du dich nach einer trauergruppe in deiner nähe erkundigen würdest.

    dort könntest du offen über deine Situation sprechen und würdest Unterstützung bekommen.

    weisst deine Freundin ist eine gute Unterstützung...aber vielleicht brauchts doch ein bissl mehr.

    was mir noch einfallt wär dass du im ort nachfragst ob es eine Möglichkeit gibt dass jemand vom besuchsdienst zu dir kommt..

    oder eine sozialbegleitung.

    es gibt einige Organisationen die das anbieten.

    diese leute kommen einmal in der Woche zu dir auf besuch um mit dir zu plaudern einkaufen zu gehen einfach zeit mit dir zu verbringen.

    dann hättest eine Ablenkung.

    oder vielelicht gibt es eine Möglichkeit dass du ein treffen für Senioren gehst..

    das sind Nachmittage die man gemeinsam mit andren menschen verbringt miteinander plaudern kann aber auch ein prgramm gibt.

    aus eigener Erfahrung kann ich dir berichten dass das eine tolle Sache ist und auch für uns Helfer eine sehr grosse Bereicherung ist,

    vielleicht wäre das ja eine Option für dich.

    lg elli

  • Liebe Cats, falls Du nochmal vorbei schaust, magst Du einen Eintrag hinterlassen? Ich habe diesen Monat meinen Liebsten verloren und nach Deinen Worten scheint es mir einige Gemeinsamkeiten in den glücklichen Zeiten gegeben zu haben (nur dass es bei mir 3 Hunde sind ...). Liebe Grüße

  • lieber gast!

    erst einmal herzlich willkommen hier bei uns um Forum.

    ich möchte dir mein aufrichtiges Beileid zum Tod deines liebsten aussprechen.

    es ist ein sehr schwerer verlust den du erlitten hastund mit dem man wohl allein oftmals net zurrecht kommt.

    ich hoffe du hast in dieser schweren zeit menschen um dich die für dich da sind.

    denn gerade das ist jetzt so wichtig.

    wenn du möchtest kannst du jederzeit herkommen um über deine trauer zu schreiben.

    das kann sehr hilfreich sein.

    melde dich einfach wenn du soweit bist.

    alles liebe und gute elli

  • hallo...ich bin mit stefan theocharis in die schule gegangen...zuerst im geysried und dann ins sahligut.

    1 bis 4 klasse eichenberger...5 und 6 gerster und dann alain pichard

    • :)
    • :(
    • ;)
    • :P
    • ^^
    • :D
    • ;(
    • X(
    • :*
    • :|
    • 8o
    • =O
    • <X
    • ||
    • :/
    • :S
    • X/
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