wie kann man den Tod eines Mannes verkraften

  • Hallo,


    wenn ich darf möchte auch ich mich an euch wenden. Ich kann euch so gut verstehen.

    Auch ich habe meinen Mann, der einfach alles für mich war und auch immer bleiben wird, bereits im August 2015 verloren.

    Und so fühl ich mich auch seitdem - einfach verloren, einsam ! Er hat mir Vertrauen gegeben, war der Fels für mich an den ich mich so gerne angelehnt habe.

    Das Leben hat mich so gefreut, einfach weil ER da war, weil es Ihn gegeben hat. Er hat die Ärzte immer etwas mit Skepsis gesehen.

    Hat eine Notoperation "angeblich" gebraucht (Herz) - hat sich dann aber im Krankenhaus bzw. auf einer Intensivstation einen

    Keim geholt, dem sie nicht her geworden sind. Mein Mann hatte Recht, wie so oft, und ich habe nicht zeitgerecht gehandelt.


    Ich versuche einen Tag nach dem anderen, irgendwie zu überstehen.

    Es ist nicht mehr schön für mich, manchmal denke ich - ich kann keine Freude mehr empfinden.

    Es fallen mir Erinnerungen ein, ich weiß mit Sicherheit das diese auch unbeschreiblich schön waren - kann aber oft nicht mehr dasselbe nachempfinden.

    Wahrscheinlich bin ich nicht mehr normal ? Es ist irgendwie alles so sinnlos geworden, ich weiß schon man soll nicht so jammern, anderen geht es auch so -

    aber ich empfinde es leider seitdem so. Es ist nicht richtig, ich weiß - aber was soll ich machen ?


    Ich denke wirklich jeden Augenblick an Ihn, er fehlt mir so unbeschreiblich - wir hatten über 32 Jahre eine gemeinsame Zeit,

    waren knapp 25 Jahre verheiratet. Es wird immer wieder geredet, wie dankbar man über die gemeinsame Zeit sein soll,

    bin ich auch, ehrlich - aber ich fühl nur den unbeschreiblichen Schmerz und diese unstillbare Sehnsucht, das es NIE wieder so sein wird.

    Ich kann nichts dafür.


    ...

  • Hallo Indianer

    Der Verlust des Ehepartners, der eigenen Kinder, der Eltern oder eines wichtigen Freundes lässt die Trauernden wohl vergleichbar im Schmerz zurück. Wenn man durch dieses Forum sich liest, egal um welche Beziehung es sich handelte, sind die Äußerungen vielfach ähnlich. Genau so wie Du Deine Gedanken beschreibst, fühle ich diese auch, obwohl es sich bei mir um den Tod meiner zwar betagten, aber plötzlich verstorbenen Mutter dreht.

    Keine Freude mehr, die Tage so dahin lebend, das NIE wieder immer vor Augen haben. Ich weiß auch, dass es überwiegend Selbstmitleid ist, aber Vorwürfe darf man sich deshalb nicht machen. So lange wie bei Dir liegt mein Verlust nicht zurück. Es sind erst zwei Monate. Aber dennoch fürchte ich, dass das Leben nie wieder so unbeschwert zurückkehrt. Trotz Familie, trotz Kinder, es war für mich die bis dato wichtigste Person in meinem Leben, die nun fehlt. Ich wünsche Dir zunehmende Momente, in denen Du das Leben wieder genießen kannst, selbst mit Schmerz, der wohl nie vergeht.

  • Lieber Nicolas,


    vielen Dank für Deine Worte.

    Es ist wahrhaft schmerzvoll, egal wenn man verloren hat - wenn einem diese Person so am Herzen, so wichtig ist - soviel Freude

    gegeben hat, nur weil sie da war.

    Auch wenn es schon länger her ist, ich haben innerhalb eines Monats nicht nur meinen Mann, sondern eben einen Monat später

    auch noch meine Mama verloren. Sie fehlt mir auch sehr.

    "überwiegend Selbstmitleid" - das sehe ich nicht so, es tut auch sehr sehr weh, wenn man das sagt, schreibt, ..... -

    es ist einfach - wie wenn eine Hälfte von mir mitgegangen wäre, aber eben nur eine Hälfte - ich nur nicht mehr wirklich da bin......

  • Lieber Indianer!

    Ich muss Dir Recht geben, dass das Gefühl des Selbstmitleids sich natürlich nicht verallgemeinern lässt. Hier zeigt sich doch ein wesentlicher Unterschied in der Trauer. So wie bei Dir den Ehepartner zu verlieren, bedeutet ja u.U. die "besser Hälfte" zu verlieren, also ein Teil von sich. Die gemeinsame Lebensplanung ist zerstört. Bis man sich damit auseinander gesetzt hat, dauert. Wenn man es überhaupt schafft und neue Entwürfe annehmen kann.

    In dieser Hinsicht ist der Abschied von der Mutter, sei sie noch wertvoll gewesen, anders. Aus ihrer Sicht hatte meine Mutter ein langes, erfülltes Leben und ihr Gehen war mit 87Jahren irgendwann unwiederbringlich absehbar. Leider doch überraschend und damit zu früh, zumindest für mich. Auch wenn es der Normalfall ist, dass man Eltern loslassen muss, ich trage sehr schwer damit. Ja, ich muss zugeben, bei mir ist es viel Selbstmitleid. Meine Zukunft ist ärmer. So zahlreiche Begebenheiten, Rituale und die Liebe zu einem Menschen, die nun nicht mehr gelebt werden können.

    Sei dankbar für die Zeit. Dieser Trost ist mir auch oft entgegnet worden. Natürlich. Ich bin dankbar. Aber untröstlich. Von der schönen Zeit loszulassen, fällt so schwer. An dieser Stelle treffen wir uns wieder, Indianer. Loslassen können ist eine Kunst. Ich beherrsche sie unzureichend. Noch. Ich arbeite daran, aber bin untalentiert. Neues Leben annehmen und das vergangene im Herzen weiter tragen. So würde ich mir und vielleicht Dir es wünschen.

  • Lieber Nicolas,


    Danke für Dein Schreiben, deine Worte sind gut gewählt - hier merkt man, hier ist jemand der einen versteht, leider weil er auch selbst betroffen ist.


    Sei dankbar für die Zeit. Dieser Trost ist mir auch oft entgegnet worden. Natürlich. Ich bin dankbar. Aber untröstlich. Von der schönen Zeit loszulassen, fällt so schwer. Loslassen können ist eine Kunst. Ich beherrsche sie unzureichend. Neues Leben annehmen und das vergangene im Herzen weiter tragen. Das scheint fast unmöglich.


    Dieser, dein Absatz, hat wirklich was wahres - spiegelt vollkommen "Mein" wieder.


    Aber ich wünsche auch Dir, von Herzen -

    das Du wieder Freude und Kraft finden kannst.


    DANKE

  • Hallo ich bin Angi, möchte heute mal fragen wie ich mit meinem großen Kummer umgehen soll( vielleicht kann mir ja jemand von euch einen Rat geben.

    Mein Lebensgefährte ist jetzt am 22.10. Auf einer Toilette in einem Einkaufzentrum alleine an einem Herzinfarkt gestorben, ich war leider an diesem Tag nicht dabei😢😢😢, er ist von zuhause weggegangen und alles war noch in Ordnung, wir sagten uns noch, das wir uns lieb haben!!!

    Jetzt nach 4 Wochen geht es mir immer noch soooo schlecht, könnte den ganzen Tag heulen( wir hatten so eine harmonische Beziehung, er war meine große Liebe und ich für ihn auch,

    Habe meine Wohnung umgestaltet und neue Dekosachen gekauft, es nützt alles nix damit ich mich zuhause wohlfühle.

    Übernachte ganz oft bei Freunden und Familie, sie fangen mich alle auf. Ausziehen möchte ich irgendwie auch nicht, ist alles so schön gemacht.

    Meine Frage, wie halte ich es zuhause wieder aus? Mit meinem Kummer das wird halt noch dauern, vielen Dank für eure Antworten, liebe Grüße Angi

  • Hallo ich bin neu hier. Ich heiße silvia. Ich habe meinen Mann am totensonntag dieses Jahr verloren. Meine Tochter und ich waren da bis er von uns gegangen ist. Ich bin sehr traurig und gleichzeitig wütend weil er sich keine 2.Meinung rechtzeitig geholt hat.

  • hallo ihr lieben

    Ich kann alles was hier geschrieben wird nachvollziehen.ich habe meinen Mann vor 4 Monaten verloren.ich habe ihn über alles geliebt,und das tue ich immer noch .

    Er war mein Fels in der Brandung ,wir waren 14jahre zusammen und 3 davon verheiratet.

    Ich komme mit dem Verlust einfach nicht klar .Ich gehe oft zum Friedhof und bleibe da auch eine Weile .meine Familie und Freunde sind alle für mich da ,aber es hilft mir nicht wirklich .Die leere Wohnung die vielen Erinnerungen in der Wohnung

    Setzen mir ganz schön .Ich weiß nicht wie ich aus diesem Loch rauskommen soll .Bin viel alleine weil ich einfach niemanden sehen will.ich weiß nicht ob das normal ist aber ich denke schon . Ich danke euch das ich mein Herz ausschütten konnte . Familie und Freunde will man ja auch nicht immer damit belasten . Also Frist man viel in sich rein .

    Er war alles für mich . Ich fühle mich nur noch wie eine leere Hülle


    Lg Simone

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