Ich vermisse meinen Engel!!

  • Liebe Mary,


    wenn solche Dinge passieren, dann lässt uns das wirklich oft an allem zweifeln, mein aufrichtiges Beileid.
    Ich wünsche dir, dass du trotz dieses Verlustes bald wieder einen neuen Sinn im Leben findest, und nicht nur Sinn sondern auch Freude und Glücksmomente.


    Alles Liebe
    Patricia

  • Ich mache momentan alle Phasen der Trauer durch, Wut,Angst, Verzweiflung, Hass, Schuldgefühle und Einsamkeit.
    Aber das Schlimmste ist die Verständnislosigkeit meines Partners. Er kann, oder will nicht verstehen, wie es mir geht.
    Dann kommen so Antworten wie " Du denkst nur an dich", oder " bist wieder relax", wenn ich ihm mal schreibe wis mir alleine zu Hause geht.
    Vor ein paar Tagen hat er gemeint " Jetzt kannst wieder normal werden", nur was ist normal??
    Er geht seine Wege und lebt sein Leben. Es sind erst zwei Monate, seit mein kleines Mädchen gestorben ist.

  • Liebe Mary,


    vielleicht ist das auch nur die Hilflosigkeit, die da aus ihm spricht. Es gibt Menschen, die fühlen sich komplett überfordert im Umgang mit Trauernden. Natürlich sind seine Äußerungen keineswegs hilfreich für dich. Hast du sonst jemanden in der Familie oder auch im Freundeskreis, wo du darüber sprechen kannst? Oft reicht es ja schon, wenn jemand einfach wortlos zuhört.


    Liebe Grüße
    Patricia

  • Liebe Mary !


    obwohl ich selbst keine Mutter bin, hab ich eine leise Ahnung, wie es einer
    Frau geht, wenn sie ihr Kind verliert. - einer lieben Freundin von mir ist
    vor 3 Jahren die 43jährige Tochter verstorben - weil ihr "harmloser Eingriff"
    im Krankenhaus wieder u. wieder verschoben wurde wegen "dringenderer
    Fälle". - es ist während meines 63jähr. Daseins mehreren mir bekannten
    Frauen passiert, und alle sagten dasselbe, nämlich, dass einer Frau nichts
    Schlimmeres passieren kann.


    möglich, dass Dein Freund aus Hilflosigkeit solche Kommentare von sich
    gegeben hat, arg ist es schon. - ein Mann kann sich wohl kaum vorstellen,
    was die Mutterschaft mit allen Erwartungen, Ängsten und Sorgen bedeutet,
    von solchen Schicksalsschlägen gar nicht zu reden.


    Du hast die Schwangerschaft mit allen Beschwerden ertragen und Dich
    bestimmt auf Dein Baby gefreut, dann die Geburt überstanden und schon
    nach 2 Tagen wurde aus der Freude Verzweiflung. - und dann kam die
    Weihnachtszeit, die für Unglückliche ohnehin schwer zu ertragen ist !


    vielleicht bin ich, weil gerade in den letzten Jahren soviel Trauriges
    passiert ist, aus diesem Grund so eine lausige Christin geworden.
    trotzdem glaube ich nicht, dass Gott uns solche "Prüfungen" sendet
    - ich weiß nicht, wie Du zu ihm stehst, ob Du gläubig bist oder nicht -
    egal, wie miserabel es mir oft selbst geht, ich versuche trotzdem,
    den Glauben u. den Kontakt zu IHM nicht zu verlieren; kann mir
    nicht vorstellen, dass er die Menschen erschaffen hat, um sie zu
    quälen. - doch dieses Thema beende ich lieber, bin keine Theologin.


    Dein Schmerz wird wohl noch eine ganze Weile anhalten - ich
    wünsche Dir von Herzen, dass Du einige wirklich gute Freunde
    hast, mit denen Du darüber sprechen kannst, wenn Dir danach ist,
    das befreit schon ein wenig. - und ob Du gläubig bist oder nicht und
    eventuell auf auf unseren Schöpfer böse sein solltest - ich wünsche Dir
    trotzdem, dass ER Dir viel Kraft sendet und Dich wieder aufrichtet.


    Ganz liebe Grüße von Teardrop

    [color=#006666]Viele Menschen, viele Gedanken,[/color] [color=#006666]viele Gefühle, viel Sehnsucht, viel Schmerz[/color] [color=#006666]- und doch viele Hoffnungen. [/color] [color=#990099]Katharina Eisenlöffel[/color]
  • Hätte mir nie vorstellen können, wie schlimm Weihnachten sein können.
    Ein wahrer Kampf zwischen Tränen, Alkohol und Nikotin. Da steht man am Hl. Abend am Grab seines Kindes und alle anderen feiern unterm Christbaum.
    Dazu die Nachrichten mit frohen Weihnachten, schöne Feiertage, usw. nicht zu ertragen. Das mit dem Glauben, es stimmt, ich habe ihn wirklich immer mehr verloren. Obwohl ich doch der Meinung bin, mein kleines Mädchen ist da oben bei den Sternen.

  • Liebe Mary,


    es IST da oben in den Sternen. - und auch wenn es jetzt unsensibel
    von mir ist - so unendlich viele haben absolut keinen Bock zum Feiern,
    weil ihnen was Schweres auf der Seele lastet.


    Aber sein Kind, auf das man sich monatelang trotz aller
    Beschwerden gefreut hat, nach 2 Tagen Lebensdauer zu verlieren,
    das ist ... da kann man seinen Glauben an alles sehr wohl verlieren.


    Was mir passiert ist, mag Dir wie ein Klacks erscheinen ... ist wohl
    auch einer ... ein Mensch, der eigentlich umsonst auf der Welt war
    - weder die Eltern noch sonst jemand hatte mit mir Freude aber
    die Gründe sind jetzt nicht so wichtig, ausserdem ist es
    vier Uhr früh vorbei. - Ruhelos mache ich die Nächte am Computer
    durch, habe eben eine Einschlaf-Geschichte für alte Mädchen
    geschrieben, über meinen Kater, der schon sehr lange im
    Katzenhimmel ist (ich sehe gar nicht ein, warum ein Tier
    keine unsterbliche Seele haben soll) aber ein schönes Leben
    hatte; hab erzählt, wie er mich einmal arg enttäuscht hat.
    - in unserer Zeit, wo Thriller und Sex gefragt sind, am besten
    so pervers wie möglich, hab ich mit meinen Einschlaf-Märchen
    noch keinen Cent verdient.


    Ich hoffe und wünsche Dir, dass Du Deinen Glauben eines Tages
    wieder findest.


    Auch mich ärgern Sprüche wie z.B. "Alles was im Leben passiert,
    hat einen Sinn, auch wenn man ihn nicht versteht" --- das ist
    für mich der perfekte Schwachsinn. - wozu werden manche
    Menschen, die keinem was getan haben, schwer krank und
    sterben langsam ein paar Jahre lang ? - warum werden andere,
    die ein schönes Leben und noch viel vorhaben, plötzlich vom
    Tod geholt ? - warum wird einer Mutter ihr Kind nach zwei
    Lebenstagen ebenfalls vom Tod geholt ? --- verzeih mir, Mary,
    um diese Zeit soll man niemandem mehr schreiben, mit meinen
    jetzt konfusen Zeilen erinnere ich Dich nur noch mehr an
    Dein inneres Elend, ist aber nicht beabsichtigt.



    Die Feierei ist bald zu Ende und man kriegt GOTTSEIDANK
    keine dämlichen Glückwünsche mehr. - eine Kosmetikfirma,
    bei der ich während meiner Berufstätigkeit und VOR der
    großen Geldentwertung oft eingekauft habe, schreibt mir
    an jedem Geburts- und Muttertag (obwohl ich nie eine Mutter
    war): "Du wirst nun bald im Kreise Deiner Lieben ein schönes
    Fest feiern" --- hab sie mehrmals gebeten, mir nichts mehr
    zu schreiben und zu schicken, weil ich dort nicht mehr
    einkaufen kann, aber Firmen sind hartnäckig. - meine
    wenigen Lieben sind HOFFENTLICH alle im Himmel.


    ich verabschiede mich von Dir, sende Dir gute Wünsche
    und verbleibe mit lieben Grüßen
    Teardrop


    P.S. auch wenn Du auf Gott böse sein solltest - er möge
    Dich segnen und Dir ganz viel Kraft geben. - der
    Schmerz einer Mutter um ihr verstorbenes Kind
    wird nie ganz vergehen, aber mit der Zeit hoffentlich
    milder werden. - wenn nur irgend möglich, lenk Dich
    ab, so gut es halt geht. - ich denk an Dich - nochmals
    alles Liebe !

    [color=#006666]Viele Menschen, viele Gedanken,[/color] [color=#006666]viele Gefühle, viel Sehnsucht, viel Schmerz[/color] [color=#006666]- und doch viele Hoffnungen. [/color] [color=#990099]Katharina Eisenlöffel[/color]
  • da bin ich aber froh, liebe Mary . - nach einem Verlust wie
    Deinem muss man die Worte vorsichtig wählen, um keine
    neue Verletzung zu verursachen.


    derzeit hoffe ich sehr, dass Dein Freund sensibler mit Dir
    umgeht.


    wünsche Dir weiterhin alles erdenklich Liebe und Gute !
    Teardrop

    [color=#006666]Viele Menschen, viele Gedanken,[/color] [color=#006666]viele Gefühle, viel Sehnsucht, viel Schmerz[/color] [color=#006666]- und doch viele Hoffnungen. [/color] [color=#990099]Katharina Eisenlöffel[/color]
  • Meine Liebe!


    Ich kann Dir nachfühlen, wie es Dir gehen mag. Ich habe im August 2013 meinen Sohn in der 23+3 SSW tot zur Welt bringen müssen.


    Er ist in meinem Bauch gestorben. Ich kann es heute noch nicht fassen, und an Tagen wie Weihnachten, Jahrtage, etc. ist es immer ganz schlimm.


    Es gibt nur eine Linderung und das ist die Zeit. Ich denke jeden Tag an ihn und ich weine auch immer noch manchmal.


    Es ist nicht jeder Tag gleich, manchmal ganz schlecht und manchmal gehts besser.


    Du musst Dir die Zeit geben, und die Nerven nicht verlieren, wenn einmal der Tag nicht so gut aussieht.


    Ich bin davon überzeugt, irgendwo sind unsere Sternchen, und am meisten in unserer Herzen!

  • Eigentlich war ich eine Frau, die ihr Leben voll in Griff hatte. Nach meiner Scheidung vor fast dreizehn Jahren habe ich meine ersten beiden Kinder alleine aufgezogen. Habe meinem Ex alles gelassen, ich wollte damals einfach nur weg, für die Kinder und für mich und es war auch gut so. Musste mir damals einen vernünftigen Job suchen, um uns über Wasser zu halten und den Kindern etwas bieten zu können, habe vorher zu wenig verdient. Wurde dann Filialleiter in einem Diskonter, bildete zahlreiche Mitarbeiter aus und habe mir im Unternehmen einen Namen gemacht. Die letzten zehn Jahre waren nur Stress zwischen Firma und Kindern, aber ich habe es geschafft. Vor sechs Jahren bin ich dann mit meinen jetzigen Partner zusammengekommmen und irgendwann haben wir beschlossen, dass wir ein gemeinsames Kind möchten. Es war alles zu schön als ich endlich schwanger wurde, habe mein neues Leben geplant und wollte nur noch für meine Familie da sein. Jetzt wo mein Baby tod ist, weiß ich nicht was ich machen soll, habe keine Pläne mehr, keine Träume und es erscheint alles so sinnlos. Meine zwei Großen sind nur am Wochenende da, mein Freund arbeitet und ich bin zu Hause und denke nach was ich in Zukunft machen möchte. In knapp einem Monat ist mein Mutterschutz aus.

  • Hallo Mary!


    Lass Dir Zeit, meine große Angst als ich wieder zurück ins Büro kam war, dass ich das alles nicht auf die Reihe bringe. Man hat irgendwie schon so damit abgeschlossen, man hat sich auf zu Hause gefreut und auf das Baby. Ich bin nach 2 Monaten wieder arbeiten gegangen, es war eine wahnsinnige Überwindung, weil jeder wusste ja schon von der Schwangerschaft, und jeder hat mich angeschaut. Ich kann aber auch sagen, dass ich ganz viele schöne Begegnungen hatte, mit Menschen, denen ich vorab gar nicht so viel Mitgefühl zugetraut hätte. Im März letzten Jahres habe ich dann nochmals eine Fehlgeburt gehabt, und ich bin dann gleich 2 Tage nach der Cürretage wieder arbeiten gegangen, es hat mich abgelenkt und das war irgendwie gut so. Es kann Dir niemand, aber auch niemand, nicht mal der Partner, den Schmerz nehmen, den wir erlitten haben, wie schon gesagt, mit der Zeit wird es ein bissl besser, vergessen tut man das sowieso nie, das will man aber auch nicht! Ich kann nur sagen, such Dir etwas, das Dir Spass macht, an dem Du Freude hast. Vielleicht irgendetwas Kreatives, das dich ablenkt. Schau auf Dich, pflege Dich, mach Spaziergänge, das tut Dir gut. Ich wünsch Dir viel Kraft. Alles Liebe!

  • liebe Mary!


    heute komme ich endlich dazu dir zu schreiben...


    ich möchte dir mein aufrichtiges Beileid zum Tod deines kleinen mäderls aussprechen.


    besonders die tage dannach und die Weihnachtszeit war bestimmt sehr schwierig für dich..


    ich hoffe du hast menschen um dich gehabt die dich getröstet haben und für dich da waren...


    das ist ganz wichtig.


    eines ist sicher....dein kleiner Liebling wird im herzen immer bei dir sein.


    alles liebe und eine ganz feste Umarmung für dich von mir.


    elli

  • Nehme mir wieder einmal die Zeit einige meiner Gedanken niederzuschreiben.
    Vorerst Danke Allen für die Anteilnahme.
    Am
    6.2. ist mein Mutterschutz zu Ende und ich wollte auch wieder meiner
    Arbeit nachgehen. Am Montag habe ich erfahren, dass meine Position als
    Filialleiter nachbesetzt wurde. Mann konnte ja nicht wissen ob ich
    überhaupt noch will, bzw. wie belastbar ich bin war die Antwort auf mein
    "warum". Keiner hat es je gewagt mit mir zu reden, mein Chef konnte mit
    der Situation nicht umgehen, also hat er gar keinen Kontakt gesucht.
    Eigentlich sollte ich nach dem Mutterschutz meinen Job gleich wie vorher
    nachgehen dürfen, lt. Gesetz. Jeder hat scheinbar seine eigenen
    Gesetze. Mir wurde eine andere Stelle angeboten, bin nicht
    einverstanden, sollte anstatt jetzt 100 km am Tag dann über 200
    zurücklegen. Jetzt soll ich um meine Arbeit kämpfen, wie meine anderen
    Gefühle sind darf ich gar nicht zeigen, ansonsten bin ich aufgrund von
    Schwäche gar nicht mehr für meine Arbeit geeignet. In welcher Welt leben
    wir???? Ich weiß nicht ob ich diesen Kampf wirklich auch noch will.

  • Hallo Mary,


    die Welt da draussen ist manchmal echt nicht fair. Du solltest dich sofort an die Arbeiterkammer wenden, falls du das noch nicht getan hast. Ich denke, die können dich da beraten und bei allem unterstützen. Ich finde, man sollte sein Rechte wahren, und sich nicht einfach so abspeisen lassen. Auch wenn dir das jetzt schwer fällt, und du eigentlich ganz andere Sorgen hast...


    Schwäche ist menschlich. Und nicht selten führt der Weg zur Stärke über die Akzeptanz der eigenen Schwäche.


    Alles Liebe
    Patricia

  • Haben seit ein paar Monaten einen Betriebsrat im Unternehmen, wo ich sofort Unterstützung suchte. Heute hat es ein Gespräch mit Verkaufsleiter, Vertriebsleiter und Betriebsrat gegeben, danach wollte sich der Betriebsrat gleich bei mir melden. Warte den ganzen Tag- vergebens. Ich fühle mich so alleingelassen.

  • Ein Jahr ist vergangen. Gestern war der 1. Geburtstag von meinem kleinen Mädchen, morgen kommt der 1. Todestag. Ein Jahr mit vielem auf und ab, diejenigen die mir gesagt und geschrieben haben, dass es irgendwann leichter wird hatten Recht, obwohl ich es an manchen Tagen nicht geglaubt habe. Trotzdem bin ich nicht mehr die, die ich früher war, alles was im letzten Jahr passierte hat mich verändert, wahrscheinlich sollte es so sein. Es hat mir sehr gut getan, meine Gedanken in dieses Forum zu schreiben und deshalb finde ich es sehr gut dass es Menschen gibt, die das ermöglichen. Danke Euch!!!

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