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Bestattung einst und heute
Auffliegende weiße Tauben oder Luftballons, Konfettikanonen, New Orleans-Jazz, bemalte Särge, Weltraumbestattung, Diamant-Bestattung oder das Tragen eines Amuletts, in das Asche des Verstorbenen eingearbeitet ist – für einige Menschen sind diese ungewöhnlichen, jedoch lebendigen Bestattungsformen oft der richtige Weg, mit ihrer Trauer, dem Verlustschmerz und der Todesfurcht umzugehen. Wir haben heute die Möglichkeit, aus einer Vielzahl von Ritualen jenes zu wählen, das am besten zum verstorbenen Menschen passt.
Traditionelle Bestattungen – einst Monopol der Kirchen – sind deutlich rückläufig. Die Trauerkultur verändert sich. Oft sind Vorstellungen über eine individuelle Bestattung unkonventionell und der Bestatter im 21. Jahrhundert muss den vielfältigen Ansprüchen gerecht werden. Er ist Dienstleister, Zeremonienmeister sowie Ritualdesigner gleichzeitig. Das Internet bietet als Ergänzung zu Todesanzeigen und Kondolenzbüchern die Möglichkeit, dem Verstorbenen ein “ewiges Denkmal” zu setzen. Auch wenn viele Veränderungen in unserer Trauerkultur begrüßenswert sind, weil sie wieder „bunter und lebendiger“ wird, müssen eventuelle Vor- und Nachteile von traditionellen und modernen Bestattungsformen gut überlegt werden.
Da Familienmitglieder heute häufig weit voneinander entfernt leben, sind der regelmäßige Besuch eines Grabes und die eigenhändig durchgeführte Grabpflege oft schwer möglich. Moderne Bestattungsarten, wie die Baum-, Luft- oder Seebestattung, entbinden die Angehörigen von den mit einer Grabstätte verbundenen Kosten und der Pflicht der regelmäßigen Grabpflege. Sie müssen sich keine Sorgen um regional unterschiedliche Mietzeiten einer Grabstätte machen. Die meisten alternativen Bestattungsarten sind nicht nur erschwinglich, sondern auch günstiger als die Folgekosten für ein Grab.
Für viele Hinterbliebene ist es allerdings wichtig, einen Ort zu haben, an dem sie den Verstorbenen besuchen können. Einen solchen Ort zu haben und ihn auch zu pflegen, darf daher nicht nur von der Kostenseite her gesehen werden. Die Pflege des Grabes oder die Gestaltung einer Urnennische sind kreative Möglichkeiten des Erinnerns an unsere Verstorbenen und somit auch wichtig für die Trauerarbeit der Hinterbliebenen. Bei einigen modernen Bestattungsformen gibt es keine Möglichkeit ein individuelles Grab zu besuchen und zu pflegen. Bei vielen kann die Grabstelle zwar besucht werden, die Möglichkeit der kreativen Gestaltung entfällt aber weitgehend.
In christlichen Kirchen bestimmen bei Trauerfeiern und Trauergottesdiensten die christliche Liturgie und die christlichen Glaubensinhalte den Leitfaden für einen bestimmten Ablauf und die Gestaltung der Zeremonie.
Islamische Totenfeiern finden in Moscheen unter der Leitung eines mohammedanischen Geistlichen statt.
Für die Einhaltung jüdischer Totenriten sorgt der Rabbiner in der Synagoge.
Den Menschen buddhistischen Glaubens steht in Wien die Friedenspagode zur Verfügung.
Profane Trauerfeierlichkeiten, die nicht an Konfessionen gebunden sind, werden nicht von einem Geistlichen, sondern von einem Trauerredner geführt. Die inhaltlichen Schwerpunkte setzen die Angehörigen zusammen mit dem Bestattungsinstitut unter Berücksichtigung der geistigen Einstellung und Lebensphilosophie der verstorbenen Person und der Angehörigen.







