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Erster islamischer Friedhof eroeffnet
Erster islamischer Friedhof wird eröffnet
Der erste islamische Friedhof Österreichs in Wien-Liesing ist 20 Jahre nach der ursprünglichen Projektidee fertiggestellt worden. Am 3. Oktober, kurz nach Ende des Fastenmonats Ramadan, wird er feierlich eröffnet.
Bis zu 4.000 Tote sollen hier ihre letzte Ruhe finden, so Omar Al-Rawi, SPÖ-Gemeinderat und Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IG). Derzeit hätten viele ältere Muslime noch Versicherungen zur Rückführung ihres Leichnams in die alte Heimat, was sich nun aber ändere.
Die genauen Modalitäten einer Bestattung, also etwa Kosten, seien derzeit aber noch offen, so Al-Rawi. In jedem Falle werden die Toten nach österreichischer Vorschrift im Sarg bestattet - anders als nach islamischem Ritus üblich, der eine Beerdigung im Leintuch vorsieht. Das Gesicht wird dabei gegen Mekka gedreht.
Der Blick in Himmelsrichtung des islamischen Wallfahrtsortes ist dabei offen: In der hohen Mauer wurde hier ein Gittertor eingelassen. Ansonsten hat man auf den Sichtschutz für die Anrainer mittels Wand und Bäumen Wert gelegt.
Dominiert wird der Komplex von einer hohen Aufbahrungshalle mit kalligraphischen Schriftzeichen und einem gigantischen Kronleuchter. Deutlich minimalistischer sind die Flachbauten daneben gestaltet. Bereits seit November 2007 finden hier die rituellen Totenwaschungen statt. Auch ein Kühlhaus für die Leichen ist vorhanden.
Die 3,4 Hektar große Gräberstätte samt Einfriedung stellte die Gemeinde zur Verfügung, wobei das Areal mit dem Aushub des nahen Liesingbaches aufgeschüttet wurde, um eine Verunreinigung des Grundwassers zu vermeiden. Die Islamische Glaubensgemeinschaft zeichnete hingegen für die Bauten verantwortlich.
Direkt daneben findet sich eine kleine Dienstwohnung. Diese wird einem Hausmeister zur Verfügung gestellt, der permanent am Gelände wohnen soll, nicht zuletzt um dessen Sicherheit zu gewährleisten.
Von Videoüberwachung oder Polizeischutz habe man bewusst abgesehen, unterstrich Al-Rawi. Man wolle ein offener Ort bleiben.
Fast 20 Jahre dauerte es, bis die Gespräche zwischen IG und Stadt 2001 in konkrete Pläne mündeten, wobei die Eröffnung für Herbst 2003 in Aussicht gestellt wurde. Dann verzögerten archäologische Grabungen, die Insolvenz der Baufirma und Geldprobleme den Fortschritt, bis es 2006 auch noch zu einem Brandanschlag auf den Rohbau kam, dessen Wände später überdies mit 53 Kreuzen beschmiert wurde.
Die Eröffnung soll feierlich begangen werden. Neben islamischer Prominenz und ausländischen Repräsentanten, etwa des Spendenlandes Katar, werden auch heimische Politgrößen erwartet. Das Fest solle Muslimen und Nicht-Muslime auf dem Gelände versammeln.
Mit dem Termin Anfang Oktober ist es Wien doch noch gelungen, der Konkurrenz aus Vorarlberg zuvorkommen. Dort entsteht in Altach eine Begräbnisstätte mit 300 Plätzen, deren Eröffnung für 2009 anvisiert ist.
Quelle: orf.at / APA
Bild: Aufbahrungshalle mit Kronleuchter








