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09.09.2011 11:02 Rubriken: Eigene Presse

Hebamme beim Bestatter


Manche Kinder sterben im Mutterleib, kommen tot zur Welt oder sterben während oder kurz nach der Geburt. Es ist wichtig, dass diese Kinder genauso liebevoll begrüßt werden und dass die Eltern sich auch bewusst von ihnen verabschieden können.

Anna Ertl ist Absolventin des Bachelor-Studienganges für Hebammen an der FH Gesundheit in Innsbruck und hat sich im Rahmen ihrer Abschlussarbeit mit dem Thema „Wenn der Tod den Kreißsaal betritt“ ausführlich damit auseinandergesetzt, welche Kompetenzen Hebammen benötigen, um Eltern in dieser Ausnahmesituation gut begleiten zu können und welche Selbstkompetenzen Hebammen brauchen, um mit Totgeburten selbst fertig zu werden.


Anna Ertl weiß, dass Eltern im Kreißsaal viel Unterstützung brauchen, denn die erste Reaktion ist der Schock und das „Nicht-Wahrhaben-Wollen“, dass ihr Kind tot zur Welt kommen musste. Für viele Eltern ist es auch schwierig, in diesem Augenblick an einen Abschied vom Kind zu denken. Sehr behutsam muss die Hebamme also mit einer Situation umgehen, die zugleich Begrüßung und Abschied bedeutet. Eltern können besser Abschiednehmen, wenn man ihnen die Zeit gibt, die sie brauchen, so dass sie den Abschied Schritt für Schritt vollziehen können. Deshalb bieten die TrauerHilfe Bestattungen an, die tot geborenen Kinder nach der Obduktion thantopraktisch zu versorgen.

Nach der Versorgung werden Eltern, Geschwisterkinder und nahe Angehörige bei der Verabschiedung des Kindes begleitet. Familien können noch kostbare Zeit mit ihrem verstorbenen Kind verbringen, sie können es noch im Arm halten und schließlich gemeinsam in den Sarg betten. Anna Ertl hat sich im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit besonders auch die Praxis in der TrauerHilfe Bestattung Mag. Müller angeschaut.

Das Foto zeigt Hebamme Anna mit einem tot geborenen Kind, das in der ersten Schwangerschaftshälfte intrauterin verstorben ist. Das Kind wurde versorgt und anschließend den Eltern und der kleinen Schwester im Abschiednahmebereich des Bestattungsinstitutes in den Arm gelegt.

Foto: Hebamme Anna-Katharina Ertl bei ihrem Praktikum bei der TrauerHilfe-Bestattung Mag. Müller.
Ch. Pernlochner


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